Politik

Folter und Sterben Syrische Kinder traumatisiert

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Ahmed trauert um seinen Vater, der von Scharfschützen der syrischen Armee getötet wurde.

(Foto: AP)

In Syrien werden Kinder gefoltert, inhaftiert und getötet. Die brutalen Erlebnisse hinterlassen tiefe Spuren, viele Kinder brauchen psychologische Hilfe. Zu diesem Ergebnis kommt die britische Hilfsorganisation "Save the Children".

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Geschwister im Krankenhaus von Hana im März diesen Jahres.

(Foto: AP)

Die Menschenrechtsorganisation "Save the Children" hat zu Beginn der UN-Vollversammlung einen Bericht vorgelegt, demzufolge Kinder in Syrien gefoltert werden. Tausende Kinder seien in dem Bürgerkrieg bereits ums Leben gekommen und viele mehr durch brutale Übergriffe verletzt und traumatisiert worden, prangern die Menschenrechtler darin an. Die britische Organisation forderte in einer Petition an UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon die Vereinten Nationen und ihre Mitgliedsstaaten dazu auf, mit allen Mitteln den Schutz der Kinder vor Gräueltaten sicherzustellen.

Kinder waren "Ziel brutaler Angriffe, haben ihre Eltern, Brüder, Schwestern und andere Kinder sterben sehen oder haben Folterungen beobachtet", heißt es in dem Bericht. Darin werden die Aussagen betroffener Kinder festgehalten, wonach diese "Massaker beobachteten" und in einigen Fällen selbst Opfer von Folter wurden.

Die Organisation forderte die Vereinten Nationen auf, Verstöße gegen die Rechte von Kindern noch besser zu dokumentieren. Save the Children stellt den betroffenen Kindern in den Flüchtlingslagern in den Nachbarländern Syriens psychologische Hilfe zur Verfügung. "Diese Kinder brauchen professionelle Hilfe, um die schockierenden Erlebnisse zu verarbeiten", erklärte Jasmine Whitbread von Save the Children.

Schreckliche Bilder im Kopf

Ein 15-Jähriger berichtete, er sei in seiner früheren Schule gefoltert worden, die in ein Folterzentrum umfunktioniert worden sei. Zehn Tage sei er dort ohne Nahrungsmittel eingeschlossen worden, an den Handgelenken aufgehängt und geschlagen worden. "Einer nach dem anderen drückten sie ihre Zigaretten auf mir aus", berichtete der Jugendliche. Ein 14-Jähriger berichtete, er habe "nach einem Massaker überall Köperteile gefunden", die von Hunden gefressen worden seien. Ein 16-Jähriger berichtete von einem Sechsjährigen, der "schwerer als jeder andere gefoltert wurde" und nach drei Tagen gestorben sei.

Über den Einsatz von Kindern als menschliche Schutzschilde berichtete ein 14-Jähriger: "Sie nehmen Kinder und stellen sie vor sich. Sie machen sich einen Schutzschild aus Kindern." Ein entkommener 15-Jähriger beschrieb seine Erlebnisse in einer zum Folterzentrum eingerichteten Schule: "Sie hängten mich an meinen Handgelenken an die Decke, meine Füße waren über der Erde, und dann wurde ich geschlagen."

Ein aus Syrien geflohener 17-Jähriger berichtete über die Ermordung eines Kleinkindes: "In meinem Dorf wurde auf ein zweijähriges Mädchen geschossen, das daraufhin starb. Es lief einfach nur da lang, und sie haben es erschossen." Sechsjährigen seien als Strafe nach einer Demonstration Fingernägel ausgerissen worden. In vielen der Berichte wird nicht klar, wer hinter den Gräueltaten stand.

Die Organisation "Save the Children" betreut im Libanon und in Jordanien syrische Flüchtlinge. Der Zugang nach Syrien wurde der Organisation nach eigenen Angaben verwehrt. Die Aussagen der Kinder deckten sich aber mit den von der UNO und Menschenrechtsorganisationen dokumentierten Verstößen. Der seit eineinhalb Jahren andauernde Volksaufstand in Syrien ist eines der wichtigsten Themen bei der derzeitigen UN-Vollversammlung in New York.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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