Politik

Mindestens 41 Tote in Pakistan Taliban schlagen zurück

Zwei Tage nach dem Terrorangriff auf das Hauptquartier der pakistanischen Streitkräfte kommen bei einem Selbstmordanschlag in der unruhigen Nordwest-Grenzprovinz mindestens 41 Menschen ums Leben. Die Taliban bekennen sich zu dem Angriff.

2mxq2728.jpg2597585290996651840.jpgDie pakistanischen Taliban zeigen sich unbeeindruckt von der Ankündigung einer Großoffensive gegen ihre Hochburg in Süd-Waziristan. Ein mutmaßlicher Selbstmordattentäter griff im Bezirk Shangla in der Nähe des Swat-Tals einen Militärkonvoi an und tötete dabei 41 Menschen. Weitere 45 seien verletzt worden, sagte der Informationsminister der Provinz.

Der mutmaßliche Selbstmordattentäter habe eines von drei Fahrzeugen eines Militärkonvois getroffen, als dieser gerade durch den größten Markt des Bezirks gefahren sei, teilte ein Polizeisprecher mit. 35 der 41 Getöteten waren dem Informationsminister zufolge Zivilisten.

Armee vor Offensive

Nach dem Überfall auf das Hauptquartier der pakistanischen Armee am Samstag hat die Regierung unterdessen den Beginn der seit längerem erwarteten Bodenoffensive beschlossen.  Angesichts der zunehmenden Gewalt der Taliban habe die Regierung keine andere Wahl mehr, sagte der pakistanische Innenminister Rehman Malik. Auch die örtlichen Stämme hätten die Armee zum Vorgehen gegen die Extremisten aufgefordert. Der Armeechef sei ermächtigt worden, zum geeigneten Zeitpunkt loszuschlagen. "Es wird nicht lange dauern, es wird so schnell wie möglich geschehen", sagte Malik. Dabei werde es keine Nachsicht mit den Extremisten geben: "Es gibt für sein keinen Platz in Pakistan, das verspreche ich."

2mwy4901.jpg6717445957911952429.jpgDie Armee geht in Süd-Waziristan schon seit Monaten mit Luftangriffen und Artillerie gegen die Taliban vor und hat die Region abgeriegelt. Nach früheren Angaben aus dem Militär hat sie dort 28.000 Soldaten zusammengezogen, denen geschätzte 10.000 Taliban-Kämpfer gegenüberstehen. Bei einem Luftangriff am Sonntag seien vermutlich 16 Extremisten getötet worden, sagte ein Geheimdienstvertreter in der Region.

Taliban schwören Rache

In der weiter nordöstlich an der Grenze zu Afghanistan gelegenen Region Bajaur starben nach Angaben aus einer paramilitärischen Einheit 14 Extremisten, als die Sicherheitskräfte sie aus der Luft und mit Artilleriefeuer angriffen.

Zu dem Überfall auf das Armee-Hauptquartier in Rawalpindi vom Wochenende bekannten sich unterdessen die Taliban. Ein Sprecher der Islamisten kündigte Rache für die Getöteten und weitere Angriffe auf Armee-Ziele an. Drei der bei dem Angriff und der anschließenden Geiselnahme verletzten Soldaten seien ihren Verletzungen erlegen. Damit starben bei dem Angriff insgesamt neun Extremisten, drei Geiseln und elf Soldaten.

Quelle: ntv.de, rts