Politik
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Montag, 05. April 2010

50 Jahre Ostermärsche: Tausende demonstrieren

Als "lebendige Tradition und notwendiges Korrektiv zum friedenspolitischen Versagen der Bundesregierung" sieht das Netzwerk Friedenskooperative die traditionellen Ostermärsche. In diesem Jahr begeht die Bewegung ihr 50-jähriges Jubiläum. Erneut gehen Tausende auf die Straße.

Bei der Abschlusskundgebung der Ostermärsche auf dem Römerberg in Frankfurt.
Bei der Abschlusskundgebung der Ostermärsche auf dem Römerberg in Frankfurt.(Foto: dpa)

Bei den traditionellen Ostermärschen haben in diesem Jahr wieder tausende Menschen für die Abschaffung von Atomwaffen und gegen den Afghanistan-Einsatz demonstriert. Das Netzwerk Friedenskooperative sprach von etlichen tausend Teilnehmern bei mehr als 70 Veranstaltungen, das Ostermarschbüro in Frankfurt am Main sogar von Zehntausenden in mehr als 80 Orten. Die Ostermärsche jährten sich zum 50. Mal.

Der Geschäftsführer des Netzwerks Friedenskooperative, Manfred Stenner, erklärte, die Ostermärsche erwiesen sich nach fünfzigjähriger Geschichte als "lebendige Tradition und notwendiges Korrektiv zum friedenspolitischen Versagen der Bundesregierung". Der Mitinitiator der Ostermarschbewegung, Andreas Buro, verwies bei einer Kundgebung in Frankfurt darauf, dass aus dem ersten Ostermarsch im Jahr 1960 letztlich die außerparlamentarische Opposition ab Mitte der 60er Jahre entstanden sei. Ebenso habe die Ostermarschbewegung zur vorherrschenden Antikriegsstimmung in der Bevölkerung beigetragen.

Brutale Realität des Afghanistankrieges

Im Zentrum der diesjährigen Proteste stand unter anderem der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Friedenskooperative-Geschäftsführer Stenner erklärte nach dem Tod von drei Bundeswehr-Soldaten am Karfreitag: "Die Nachrichten zu Ostern erinnern uns an die gern verdrängte brutale Realität des Afghanistankrieges und auch seine Aussichtslosigkeit." Die Menschen in der Friedensbewegung "betrauern den Tod der Bundeswehrangehörigen wie alle anderen sinnlosen Opfer dieses Krieges".

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Im Rahmen der Ostermärsche wanderten am Sonntag zum ersten Mal Demonstranten auch über das Gelände des ehemaligen "Bombodroms" in der Ruppiner Heide. Unter dem Motto "Von der Heide soll Frieden ausgehen" forderten rund 2200 Menschen nach Angaben des Ostermarschbüros, dass der ehemalige Truppenübungsplatz in Wittstock nicht mehr militärisch genutzt, sondern in ein Naturschutzgebiet umgewandelt werden soll. Nach jahrelangem Rechtsstreit hatte das Verteidigungsministerium im vergangenen Juli auf den umstrittenen Bombenabwurfplatz verzichtet. Mehr als 300 Menschen demonstrierten am Sonntag zudem vor dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel für einen Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland.

Bereits am Samstag hatten Tausende an Demonstrationen, Kundgebungen und Mahnwachen teilgenommen. Die größten Veranstaltungen waren nach Angaben des Ostermarsch-Büros in München und Stuttgart mit 1200 beziehungsweise 1500 Teilnehmern.

Quelle: n-tv.de