Politik

Bänder-Demo in zehn Städten Tausende spannen Menschenkette

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Auch, aber nicht nur in Berlin fanden sich die Menschen zusammen, um gegen Rassismus zu demonstrieren.

(Foto: imago images/A. Friedrichs)

Eine Menschenkette ohne Anfassen - wie das geht, führen Tausende Menschen in mehreren deutschen Städten vor. Allein in Berlin sind den Veranstaltern zufolge 20.000 Menschen mit dabei. Ihr Anliegen ist hoch aktuell.

Ein Zeichen gegen Rassismus und für Solidarität in der Corona-Krise haben am Sonntag mehrere Tausend Menschen in Berlin und anderen Städten gesetzt. Unter dem Motto #SogehtSolidarisch bildete sich nach Angaben des Aktionsbündnisses Unteilbar in insgesamt zehn Städten ein farbenfrohes "Band der Solidarität". Durch die Menschenketten, die sich zum Teil kilometerlang durch die Städte zogen, sollten auch Abstandsregeln zum Schutz vor dem Coronavirus eingehalten werden.

In Berlin nahmen nach Angaben der Veranstalter 20.000 Menschen an der Kundgebung teil, die Polizei sprach kurz vor Ende der Kundgebung von gut 8000 Teilnehmern. Die Menschenkette erstreckte sich dem Bündnis Unteilbar zufolge über mehr als neun Kilometer vom Brandenburger Tor bis in das Stadtviertel Neukölln.

Die Regeln seien dabei "vorbildlich" eingehalten worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Menschen hätten sich an den Mindestabstand gehalten und auch Mund- und Nasenschutz getragen. Es sei alles "ruhig und friedlich" verlaufen.

Zum Teil bei strömendem Regen

Zuletzt hatte sich auch die Bundesregierung besorgt gezeigt über Verstöße gegen die Corona-Auflagen bei Großdemonstrationen mit zehntausenden Menschen. Berlins Innensenator Andreas Geisel forderte vor dem Wochenende die Demonstranten auf, die Hygieneregeln einzuhalten.

Trotz zum Teil strömenden Regens gingen auch in neun weiteren Städten Tausende Menschen auf die Straße. Kundgebungen gab es laut dem Bündnis in Leipzig, Hamburg, Freiburg, Chemnitz, Detmold, Plauen, Münster, Geislingen und Passau. In Hamburg beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 840 Menschen an einer Kette, die vom Rathaus um die Binnenalster bis zum Hauptbahnhof reichte - ebenfalls mit viel Abstand zwischen den Menschen.

In Leipzig gingen nach Polizeiangaben rund 1400 Menschen auf die Straße und bildeten 15 Minuten lang eine Menschenkette. Mit dabei waren unter anderem die Bundesvorsitzende der Linken, Katja Kipping und Sachsens Justizministerin Katja Meier von den Grünen. In Berlin beteiligten sich etwa Familienministerin Franziska Giffey von der SPD und SPD-Vize Kevin Kühnert.

"Jetzt werden die Weichen gestellt", erklärte Anna Spangenberg vom Aktionsbündnis Unteilbar. "Wir sprechen mit, wenn darüber entschieden wird, wie die offene und solidarische Gesellschaft in Zukunft gestaltet wird." Mitstreiter Georg Wissmeier hob hervor, die Corona-Krise verschärfe bestehende Ungleichheiten. "Das werden wir nicht zulassen - Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit gehören unteilbar zusammen", erklärte Wissmeier.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP/dpa