Politik

Pannen-Hubschrauber der Bundeswehr "Tiger" fliegt erst 2012

"Tiger" ohne Klauen: Bis mindestens Mitte 2012 kann keiner der 80 bestellten Kampfhubschraubern des Modells "Tiger" in Afghanistan eingesetzt werden. Laut einem Medienbericht sind technische Probleme dafür verantwortlich. Der SPD-Wehrexperte Bartels wirft der Bundeswehr schwere Fehler vor.

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Das Archivbild von 2002 zeigt Prototypen des Modells "Tiger" auf einem Testflug.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Der deutsche Kampfhubschrauber "Tiger", von dem die Bundeswehr 1999 insgesamt 80 Stück bestellt hat, ist nach Informationen der "Bild am Sonntag" derzeit nicht einsatzfähig. Laut einem Antwortschreiben des parlamentarischen Staatssekretärs im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt, an den verteidigungspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, sei mit "einer frühestmöglichen Einsatzfähigkeit des Hubschraubers nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2012", zu rechnen.

Zur Begründung heiße es in dem Papier, das der Zeitung vorliegt: "Die Verzögerungen im Programm Tiger beruhen überwiegend auf technischen Problemen. So bestehen zum Beispiel trotz der Einleitung von Abhilfemaßnahmen nach wie vor erhebliche Mängel im Bereich der Verkabelung."

SPD-Wehrexperte Hans-Peter Bartels sagte dem Bericht zufolge dazu: "Das ist ein Armutszeugnis für die Industrie und die Beschaffungsbürokratie der Bundeswehr. Der Hubschrauber wird nicht mehr in Afghanistan zum Einsatz kommen." Bartels warf zudem der Bundeswehr vor, eine ungeeignete Bewaffnung bestellt zu haben: "Der Tiger ist für die Panzerabwehr optimiert, am zweitbesten kann er Bunker brechen. Über eine Bordkanone wie die französische Tiger-Version verfügt das deutsche Modell nicht."

Quelle: ntv.de, dpa

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