Politik

Fremdenfeinde beschädigen Image Tillich hadert mit Sachsen

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Die Pegida-Demos in Dresden haben in jüngster Zeit das Bild Außenstehender von Sachsen geprägt.

(Foto: imago/Robert Michael)

Wenn man an Sachsen denkt, denkt man nach diesem Jahr zuerst an Pegida und Demonstrationen gegen Flüchtlinge. Das macht auch Ministerpräsident Tillich zu schaffen. Er befürchtet einen nachhaltigen Imageverlust für sein Bundesland.

Ausländerfeindliche Krawalle haben nach Ansicht von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich den Ruf seines Landes und dessen Hauptstadt Dresden nachhaltig beschädigt. "Wir werden eine lange Zeit brauchen, um dieses Bild zu korrigieren", sagte der CDU-Politiker. Dabei stehe Sachsen für ganz andere Dinge wie etwa reiche kulturelle Traditionen und eine starke Wirtschaft, so Tillich.

Der Großteil der Einwohner kümmere sich auf hervorragende Art und Weise um die Notleidenden. Dennoch sei das Land immer wieder in die negativen Schlagzeilen geraten. "Wir müssen uns bemühen, unsere andere Seite zeigen", betonte der Ministerpräsident. Auch anderswo in Deutschland habe es Angriffe auf Flüchtlinge gegeben. "Aber in Sachsen traten sie zuerst auf und Sachsen hat Pegida."

Tillich warf der ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung vor, die Situation zu verschärfen. "Wir haben eine Gruppe von Menschen, die Hass und Fremdenfeindlichkeit säen." Ein Teil von ihnen sei wohl noch nie mit Ausländern zusammengetroffen, lehne sie aber vehement ab. "Bei uns hat sich das verfestigt. Es gibt in Sachsen eine verdeckte, aber auch eine sehr offene und brutale Ablehnung von Asylsuchenden." Mit einigen dieser Menschen sei kein Dialog mehr möglich: "Sie lehnen Fremde, aber auch das demokratische System ab."

Integration eine Frage des Wollens und Könnens

Zugleich richtete Tillich den Blick nach vorn und zeigte sich zuversichtlich, die Probleme in den Griff zu bekommen: "2016 wird uns in hohem Maße die Integration von Flüchtlingen beschäftigen. Das ist nicht nur eine Frage des Geldes, sondern des Wollens und Könnens auf beiden Seiten." Tillich sieht dabei auch die Flüchtlinge in der Pflicht. Deutsche und Zuwanderer müssten aufeinander zugehen. "Es ist besser, miteinander zu reden als übereinander."

Tillich sieht dabei die ostdeutschen Länder sogar im Vorteil. Da es einen größeren Wohnungsleerstand gebe, könnten Asylsuchende anders als in manchen westdeutschen Regionen häufiger in der Mitte der Gesellschaft untergebracht werden: "Der Osten kann die Betroffenen so besser einbinden. Das verhindert Parallelgesellschaften." Das Wichtigste sei aber das Lernen der deutschen Sprache. Momentan sei der Arbeitsmarkt im Westen für Zuwanderer allerdings noch attraktiver: "Da darf man sich nichts vormachen."

Quelle: ntv.de, nsc/dpa