Politik

"Starke Unterstützung" für Allianz Trump will Nato-Staaten zahlen lassen

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Vor wenigen Wochen hatte Donald Trump die von den USA und westlichen Staaten gegründete Nato als obsolet bezeichnet.

(Foto: picture alliance / Susan Walsh/A)

Donald Trump hat zum zweiten Mal mit Nato-Generalsekretär Stoltenberg telefoniert. Und es hört sich so an, als könnten sich die Wogen im Bündnis glätten. Standhaft bleibt der US-Präsident bei seiner alten Forderung nach einer finanziellen Verpflichtung.

US-Präsident Donald Trump hat sich zur Nato bekannt und für Ende Mai erstmals ein Treffen mit den Alliierten in Brüssel angekündigt. Dies teilte das Militärbündnis nach einem Telefonat von Generalsekretär Jens Stoltenberg mit Trump mit. In einer Rede vor dem US-Zentralkommando in Tampa (Florida) sprach der Präsident von einer "starken Unterstützung" für die Allianz.

Er wiederholte zugleich seine Forderung, dass alle Bündnispartner ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen müssten. Noch vor wenigen Wochen hatte Trump die 1949 von den USA und westlichen Staaten gegründete Nato in der jetzigen Form als obsolet bezeichnet, also als überflüssig oder überholt. Bei den 27 Verbündeten der USA herrscht deshalb Verunsicherung. Schon länger dringen die Amerikaner darauf, dass die europäischen Partner mehr für die Verteidigung ausgeben.

Nach US-Angaben ging es darum auch in dem Gespräch zwischen Trump und Stoltenberg. Sie hätten erörtert, wie man alle Nato-Mitglieder "ermuntern" könnte, ihre Pflichten bei den Verteidigungsausgaben nachzukommen. Stoltenberg betonte, beide hätten "die Bedeutung der Allianz in unruhigen Zeiten bekräftigt". Das Weiße Haus bestätigte zudem, dass Trump Ende Mai zu einem Nato-Gipfel nach Brüssel kommen will. Über den genauen Termin werde derzeit noch beraten, hieß es am Montag aus Bündniskreisen.

Möglichkeit einer friedlichen Lösung

Vermutlich würden sich die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten unmittelbar vor oder nach dem G7-Gipfel treffen. Dieser findet am 26. und 27. Mai in Taormina auf Sizilien statt. Trump und Stoltenberg sprachen nach Angaben beider Seiten auch über Möglichkeiten zur friedlichen Lösung des Konflikts in der Ostukraine. Stoltenberg habe dabei an die Politik der Nato erinnert, starke Verteidigung und Dialog mit Russland zu verbinden.

Auch über die künftige Beziehung der USA zu Russland herrscht in Europa Verunsicherung. In der Ukraine waren zuletzt Befürchtungen laut geworden, dass Trump sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verständigen und dessen Feindseligkeit gegenüber dem Nachbarland milder bewerten könnte.

In der Ostukraine war es jüngst wieder zu schweren Kämpfen zwischen den prorussischen Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen gekommen. In einem Interview des Senders Fox News bekräftigte Trump, dass er Putin respektiere, relativierte aber umgehend: "Nun, ich respektiere eine Menge Leute. Das heißt nicht, dass ich mit ihnen auskomme." Zuletzt hatte Trump dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko Unterstützung zugesichert.

Quelle: ntv.de, vck/dpa