Politik

Unterschrift in letzter Minute Türkei-Armenien-Abkommen steht

2mwl0531.jpg3670148647861691745.jpg

Dieses Foto wird Geschichte schreiben.

(Foto: dpa)

Nach fast einem Jahrhundert der Feindseligkeit unterzeichnen die Türkei und Armenien einen Vertrag zur Normalisierung ihrer Beziehungen. Mit dem Abkommen wird ein Zeitplan zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen festgelegt. Zudem soll die seit 16 Jahren geschlossene Grenze zwischen den Nachbarländern wieder geöffnet werden.

Die Außenminister beider Länder unterzeichneten das Abkommen in Zürich. Die Annäherung war unter Vermittlung der Schweiz und unter diplomatischem Druck der USA und der EU zustande gekommen. Die Türkei bemüht sich um eine Aufnahme in die Europäische Union. Bei der Unterzeichnung war auch US-Außenministerin Hillary Clinton anwesend.

Noch viele Fragen offen

2mwl0903.jpg2352321786508730741.jpg

Armeniens Außenminister Edouard Nalbandian (L) und sein türkischer Kollege Ahmet Davutoglu unterzeichnen den Vertrag.

(Foto: dpa)

Weiterhin strittig sind allerdings der Umgang mit dem Massaker an Armeniern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkriegs. Auch der Streit zwischen dem mit der Türkei verbündeten Aserbaidschan und Armenien um die Region Berg-Karabach ist nicht vom Tisch.

Die Türkei und Armenien hatten Ende August vereinbart, dass zwei Protokolle unterzeichnet werden sollen - über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen und die Öffnung der Grenze sowie über die Aufarbeitung der Ereignisse des Ersten Weltkrieges durch Historiker. Viele Armenier fordern, dass die Türkei die Massaker von 1915 als Völkermord anerkennt. Die Türkei lehnt dies ab und erklärte mehrfach, es habe auf beiden viele Tote in dem Krieg gegeben. Die Protokolle müssen nach der Unterzeichnung noch von den jeweiligen Parlamenten ratifiziert werden. In beiden Ländern droht Widerstand von Nationalisten.

Quelle: n-tv.de, dpa

Mehr zum Thema