Politik

Klimarat in der Kritik UN lassen IPCC kontrollieren

Die Vereinten Nationen wollen die Ergebnisse des Weltklimarats von unabhängigen Wissenschaftlern überprüfen lassen. Der Weltklimarat war in die Kritik geraten, weil sein Bericht von 2007 falsche Angaben zu den Gletschern im Himalaya-Gebirge enthielt.

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Das Eis schmilzt. Damit das auf der Zugspitze etwas länger dauert, wird der Gletscher im Sommer zugedeckt. Hier ein Bild vom 3. Juni 2009.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Vereinten Nationen wollen den in die Kritik geratenen Weltklimarat IPCC von einem unabhängigen Gremium überprüfen lassen. Wie der Sprecher des UN-Umweltprogramms UNEP, Nick Nuttall, auf der indonesischen Insel Bali mitteilte, soll der Klimarat, der wegen inhaltlicher Fehler und dem Vorwurf der Vertuschung von Daten zunehmend in der Kritik steht, "kontrolliert und gestärkt" werden. Die Mitglieder des Gremiums soll demnach von unabhängigen Wissenschaftlern ernannt werden.

"Fehler können immer passieren", sagte der Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms (UNEP), Achim Steiner. "Das ist menschlich, aber die Welt kann es sich nicht erlauben, das Vertrauen in den IPCC-Prozess zu verlieren."

Der Weltklimarat war unter anderem in die Kritik geraten, weil sein letzter großer Bericht von 2007 falsche Angaben zu den Gletschern im Himalaya-Gebirge enthielt. Dem Klimabericht zufolge könnten die Gletscher bis zum Jahr 2035 verschwunden sein. Die Quelle dafür war ein Wissenschaftler, der dieses Datum nach eigenen Angaben aber gar nicht genannt hatte. Der IPCC-Vorsitzende Rajendra Pachauri sprach daraufhin von einem "bedauerlichen Fehler".

Hackerangriff 2009

Ende vergangenen Jahres veröffentlichten Hacker zudem tausende interne E-Mails von Forschern der britischen Universität von East Anglia im Internet. Danach wurde den UN-Klimafachleuten vorgeworfen, Daten vertuscht zu haben, die möglicherweise Zweifel an der These der Erderwärmung stärken. Der IPCC verurteilte den Hackerangriff als Versuch, das Gremium in Verruf zu bringen. Der Weltklimarat war 2007 mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden, weil er den Klimawandel in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt hatte.

Bei dem Umweltminister-Treffen auf Bali mahnten die Teilnehmer der rund 100 Länder unterdessen baldige Fortschritte beim Klimaschutz an. Die Ergebnisse des Weltklimagipfels im Dezember hätten alle enttäuscht, sagte der scheidende Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, der vergangene Woche seinen Rücktritt angekündigt hatte. Jetzt wollten aber auch alle vorankommen.

Beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen war keine Einigung auf konkrete Maßnahmen zur Senkung des CO2-Ausstoßes zustande gekommen. Die Absichtserklärung, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad im Vergleich zur der vorindustriellen Zeit zu begrenzen, wurde von den meisten Experten als unzureichend kritisiert.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP

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