Politik

Hunger lässt kaum Überlebenschance UNO fordert schnelle Hilfe

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Internationale Ernährungsprogramme können derzeit etwa 2,2 Millionen Somalier in den von Milizen kontrollierten Gebieten nicht erreichen.

(Foto: AP)

Nach der schwersten Dürre seit 60 Jahren wütet eine furchtbare Hungersnot am Horn von Afrika. Zehntausende starben bereits, über eine halbe Million Kinder ist vom Hungertod bedroht. Eine UN-Konferenz beriet in Rom über Auswege und vorbeugende Maßnahmen. Die Bundesregierung stockt ihre Mittel auf.

Internationale Politiker und Hilfsorganisationen haben schnelles Handeln gefordert, um  Warum die Welt hungert zu lindern. Nach Ansicht der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO), die auf einer Konferenz in Rom die Lage in den Dürregebieten beriet, ist Hilfe noch möglich. Die Bundesregierung stockte ihre Zusagen auf insgesamt mehr als 60 Millionen Euro auf. Trotzdem gab es Kritik.

Frankreichs Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire warnte in Rom: "Der Hunger ist kein Skandal von gestern, sondern ein Skandal von heute. Und wenn wir nichts unternehmen, wird er auch ein Skandal von morgen sein." Paris führt derzeit den Vorsitz der G8- und G20-Staaten. Mehrere zehntausend Menschen sind durch die Hungersnot bereits gestorben. Allein mehr als eine halbe Million Kinder sind vom Tod bedroht.

Kein deutscher Minister anwesend

Der deutsche Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) erklärte in Berlin: "Die schlimme Lage für die Menschen am Horn von Afrika muss schnell gelindert werden, um so viele Menschenleben wie möglich zu retten." Bei dem Treffen in Rom war jedoch kein deutscher Minister vertreten.

Die SPD kritisierte die bisherigen deutschen Hilfszusagen als unzureichend. "Die Bundesregierung reagiert zu spät und macht zu wenig", sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles. Nahles warf der Koalition vor, im Vergleich zu anderen Industriestaaten wie Großbritannien viel zu wenig zu tun. "Die Bundesregierung muss ihre Anstrengungen deutlich verstärken."

1,6 Mrd. Dollar nötig

Die Konferenz kam zu dem Schluss, dass noch ein "Zeitfenster" bestehe, um die Hungernden ausreichend zu unterstützen und sie in die Lage zu versetzen, ihre Existenzgrundlagen wiederaufzubauen. Hierzu seien sowohl Soforthilfe als auch langfristige Maßnahmen notwendig, hieß es in der Abschlusserklärung der FAO-Konferenz.

Der scheidende FAO-Direktor Jacques Diouf sagte: "Die Kombination von Dürre, Inflation und politischen Konflikten haben eine katastrophale Situation geschaffen." Um die Krise zu überwinden, seien in den kommenden Monaten mindestens 1,6 Milliarden Dollar (etwa 696 Millionen Euro) notwendig. Die Weltbank genehmigte Medienberichten zufolge bereits 500 Millionen Dollar (348 Millionen Euro) gegen die Hungerkrise.

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Situation ist dramatisch: Nach der schwersten Dürre der vergangenen 60 Jahre sind nach Schätzungen der UN in Somalia, Kenia, Äthiopien, Dschibuti, Sudan und Uganda rund 12 Millionen Menschen von Nahrungsmittelknappheit betroffen. In Regionen im Süden Somalias herrscht eine besonders schwere Hungersnot.

Nach dem Willen der Konferenz sollen Hirten sowie Landwirte mit Viehzucht besondere Unterstützung bekommen. Ebenso müssten Vertreibungen vermieden werden. Für die Hilfsorganisation Oxfam gibt es "keine Entschuldigung" mehr, nicht sofort großzügig zu helfen. "Kein anderes Problem kann dringender sein als Millionen Menschen, die in Afrika dem Schreckgespenst des Hungers entgegensehen."

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Quelle: n-tv.de, AFP/dpa

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