Politik

Suche nach Corona-Ursprung US-Geheimdienste sollen Laborthese prüfen

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Binnen drei Monaten will US-Präsident Biden einen neuen Bericht zum Corona-Ursprung vorliegen haben.

(Foto: picture alliance / Pool via CNP /MediaPunch)

US-Präsident Biden verstärkt die Suche nach dem Ursprung des Coronavirus. Die US-amerikanischen Geheimdienste stellen nun erneute Nachforschungen an. Innerhalb von 90 Tagen sollen die Ergebnisse dazu vorliegen.

US-Präsident Joe Biden hat amerikanische Geheimdienste beauftragt, dem Ursprung der Corona-Pandemie auf den Grund zu gehen. Die bisherigen Untersuchungen hätten unterschiedliche Einschätzungen ohne abschließende Folgerungen geliefert, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme Bidens. Daher habe er die Geheimdienste angewiesen, ihre Bemühungen zu verstärken und binnen 90 Tagen einen weiteren Bericht dazu vorzulegen. Die Vereinigten Staaten arbeiteten dabei mit gleichgesinnten Partnern rund um die Welt zusammen, um China zu Transparenz und Zugang zu Daten zu drängen.

Biden erklärte, er habe nach seinem Amtsantritt bereits einen ersten Geheimdienstbericht zum Ursprung der Pandemie in Auftrag gegeben - inklusive der Frage, ob das Virus durch einen menschlichen Kontakt mit einem infizierten Tier oder durch einen Labor-Unfall aufgekommen sein könnte. Diesen Bericht habe er inzwischen erhalten.

Innerhalb des Geheimdienstapparates gebe es unterschiedliche Einschätzungen zu der Frage - allerdings fehle es an Informationen, um die Szenarios abschließend zu bewerten. Die Geheimdienste sollten nun weitere Informationen sammeln und analysieren, "die uns einer endgültigen Schlussfolgerung näherbringen könnten".

China dementiert

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Seit langem kursieren unbelegte Mutmaßungen, das Coronavirus könne aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan stammen und womöglich durch einen Laborunfall freigesetzt worden seien. Die Chinesen haben derartige Vorwürfe bislang vehement zurückgewiesen. In Wuhan war das Coronavirus erstmals aufgetreten.

China hatte in den vergangenen Tagen auch einen US-Medienbericht dementiert, wonach drei Wissenschaftler des Instituts für Virologie in Wuhan im November 2019 in ein Krankenhaus gekommen waren. Die Weltgesundheitsorganisation WHO war in einer im März vorgelegten Studie zu dem Schluss gekommen, dass das Virus außer in Fledermäusen auch in Schuppentieren seinen Ursprung haben könnte. Die Theorie, dass es aus einem Labor entwichen sein könnte, bezeichneten die beteiligten Wissenschaftler dagegen als "extrem unwahrscheinlich".

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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