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Super-Kampfjet F-22 vor Iran stationiert USA lenken im Atomstreit ein

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Der Greifvogel war für die bisherigen Kampfeinsätze einfach zu stark.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im Streit um das iranische Atomprogramm schlagen Teheran und Washington einen neuen, freundlicheren Ton an. Es soll weiter verhandelt werden und die USA sind sogar bereit, auf Forderungen Irans einzugehen. Zeitgleich wird von den USA eine Staffel des Super-Kampfjets "Raptor" in die Nähe Irans verlegt. Ein "gewöhnlicher Einsatz", heißt es.

Im Atomstreit mit dem Iran sind die USA jetzt zu Zugeständnissen an Teheran bereit. Wie die "Los Angeles Times" berichtete, erwäge die Regierung von Präsident Barack Obama, Teheran die Anreicherung von Uran bis auf fünf Prozent zuzubilligen. Im Gegenzug müsse das Land unbehinderten internationalen Kontrollen seines Atomprogramms zustimmen. Wenn der Iran auf diese Forderungen eingehe, könne es Verhandlungen darüber geben, zitiert die Zeitung einen hochrangigen Regierungsvertreter.

Der Iran und die Internationale Atomenergiebehörde IAEA wollen ihre Gespräche Mitte Mai fortsetzen. Die USA setzen dabei wieder auf der Prinzip von "Zuckerbrot und Peitsche". Der Anerkennung des Rechts auf ein – zumindest begrenztes – ziviles Atomprogramm, stellt Washington klar eine Demonstration der Macht gegenüber. Dafür verlegte die USA-Armee nach Angaben des Senders ABC News mehrere Kampfjets in die Nähe Irans. Wie der Sender berichtete, stationierte die Luftwaffe rund 300 Kilometer vom iranischen Festland entfernt eine Reihe ihrer hochentwickelten Tarnkappenjagdflugzeuge vom Typ F-22 "Raptor".

Die Stationierung auf dem Stützpunkt Al Dafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten sei aber nicht als Drohgebärde an Teheran zu verstehen, zitierte der Sender einen Pentagon-Sprecher. "Es handelt sich um einen gewöhnlichen Einsatz, um die militärischen Beziehungen zu verbessern", erklärte der Vertreter der Luftwaffe, John Dorrian.

Wieviele US-Kampfflieger auf dem Stützpunkt des arabischen Landes stationiert sind und wozu sie dort eingesetzt werden, verriet Dorrian jedoch nicht.

Maschine gilt als überdimensioniert

Der F-22 gilt als das derzeit leistungsfähigste Jagdflugzeug der Welt, allerdings werden die hohen Stückkosten von etwa 190 Millionen US-Dollar kritisiert. Anfangs sah der US-Haushalt nur rund ein Drittel dieses Preises vor. Auch war der F-22 – im Dezember 2005 in Dienst gestellt – noch nie in einem Kriegseinsatz bedingt durch die fehlenden feindlichen Luftstreitkräfte. Die Maschine fliegt mit eineinhalbfacher Schallgeschwindigkeit.

Die Kritiker argumentieren, dass die F-22 für die Erfordernisse der "asymmetrischen Kriegführung" überdimensioniert sei und die geringe interne Waffenlast den Einsatz als Mehrzweckkampfflugzeug verhindere. Außerdem handele es sich bei der F-22 um ein Jagdflugzeug ohne real existierenden Gegner, da auf absehbare Zeit keine Maschine über eine ähnliche Leistungsfähigkeit verfüge. Schon deshalb stelle sich die Kosten-Nutzen-Frage angesichts knapper US-Haushaltsmittel immer dringlicher

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

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