Politik

Auch Abramowitsch-Jet auf Liste USA wollen 100 russische Flugzeuge "stilllegen"

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Rund ein Fünftel der betroffenen Flugzeuge gehört zur russischen Airline Aeroflot.

(Foto: picture alliance/KEYSTONE)

Die US-Regierung vermutet, dass mit Flugzeugen russischer Airlines Sanktionen umgangen werden. Nun folgt die Reaktion: Washington will 100 Maschinen amerikanischer Hersteller lahm legen. Die Maschinen werden vom internationalen Flugverkehr ausgeschlossen - schon das Betanken kann hart bestraft werden.

Mit der Androhung neuer und weltweit greifender Sanktionen will die US-Regierung Dutzende russische Flugzeuge "effektiv stilllegen". Demnach sollen 100 Flugzeuge noch am Freitag vom internationalen Flugverkehr ausgeschlossen werden. Rund ein Fünftel der betroffenen Flugzeuge gehören der staatlichen russischen Airline Aeroflot - bei den anderen handelt es sich um Frachtflugzeuge und einen Privatjet des Oligarchen Roman Abramowitsch. Das US-Wirtschaftsministerium geht davon aus, dass mit den Flugzeugen US-Exportkontrollen umgangen wurden.

Die Boeing-Jets werden neben Aeroflot von den russischen Airlines AirBridge Cargo, Utair, Nordwind, Azur Air und Aviastar-TU betrieben. Nach den Plänen wird das Handelsministerium weltweit Unternehmen warnen, dass mit einer Betankung oder Wartung der Flugzeuge gegen US-Vorschriften verstoßen wird. Dies könne mit Haft- oder Geldstrafen sowie dem Verlust von Exportrechten geahndet werden. Dies gelte auch für Dienstleistungen in Russland selbst.

"Das Handelsministerium zeigt heute die Macht und Reichweite der Handlungen, die wir in den vergangenen Wochen als Reaktion auf Russlands brutalen Angriffskrieg in der Ukraine unternommen haben", erklärte Handelsministerin Gina Raimondo. Die Liste der Flugzeuge inklusive der Kennnummern der Maschinen werde veröffentlicht, um russischen und belarussischen Firmen und Oligarchen nicht zu erlauben, trotz des geltenden US-Rechts "straffrei zu reisen".

Den US-Exportkontrollen zufolge müssen Flugzeuge, die in den USA hergestellt wurden, und Maschinen, die zu mehr als einem Viertel aus US-Teilen bestehen, seit 24. Februar eine US-Genehmigung haben, um nach Russland zu fliegen. Betroffen sind der neuen Liste zufolge bislang Maschinen des US-Herstellers Boeing sowie ein Abramowitsch zugeschriebener Privatjet des Herstellers Gulfstream. Die staatliche russische Fluggesellschaft Aeroflot hat nach eigenen Angaben 187 Flugzeuge in Betrieb. Darunter befinden sich 59 Boeings und 119 Maschinen des europäischen Herstellers Airbus.

Quelle: ntv.de, spl/dpa/rts

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