Politik

Berlin liefert MARS II USA stecken weitere Milliarde in Waffenlieferung

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US-Präsident Joe Biden verkündete die neue Rüstungshilfe in Washington nach einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Mit einem neuen Hilfspaket steigt die Summe, die das Pentagon in die Verteidigung der Ukraine investiert, auf insgesamt 5,6 Milliarden Dollar. Neben den USA will auch Deutschland Raketenwerfer liefern. Dabei gehe sie "an die Grenzen", sagt Verteidigungsministerin Lambrecht.

Die US-Regierung hat eine weitere Waffenlieferung an die Ukraine im Umfang von einer Milliarde US-Dollar angekündigt. US-Präsident Joe Biden verkündete die neue Rüstungshilfe in Washington nach einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Außerdem stellten die USA weitere 225 Millionen US-Dollar (rund 217 Millionen Euro) an humanitärer Unterstützung für das Land bereit, erklärte Biden weiter. Zu den Rüstungsgütern gehören zahlreiche schwere Waffen, zum Beispiel Haubitzen und Mehrfach-Raketenwerfer (letztere sind gebunden an die Zusage der Ukraine, damit keine Ziele in Russland anzugreifen).

Die USA stünden fest an der Seite der Ukraine in ihrem Kampf für die Freiheit, sagte Biden weiter. Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine Ende Februar haben die USA Kiew nach eigenen Angaben bereits Waffen und Ausrüstung im Wert von 4,6 Milliarden Dollar (4,42 Milliarden Euro) zugesagt oder geliefert. Mit der neuen Zusage steigt die Summe auf 5,6 Milliarden US-Dollar (5,39 Milliarden Euro).

Im Mai hatte der US-Kongress den Weg freigemacht für weitere Milliarden-Hilfen für die Ukraine, nachdem ein vorheriges Unterstützungspaket nahezu ausgeschöpft war. Das neue Paket, das Präsident Joe Biden Ende Mai mit seiner Unterschrift in Kraft setzte, hat ein Volumen von fast 40 Milliarden Dollar (38 Milliarden Euro). Davon sind sechs Milliarden Dollar für direkte militärische Hilfe für die Ukraine vorgesehen.

Lambrecht verspricht drei Systeme MARS II

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Derweil sagte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht der Ukraine Raketenwerfer zu und erklärte zugleich, man gehe an die Grenze des Möglichen. "Was (...) heute deutlich geworden ist, ist wie wichtig es für die Ukraine ist, weitreichende und präzise Artilleriewaffen zu haben", sagte sie in Brüssel. Deswegen habe sie entschieden, aus den Beständen der Bundeswehr drei Systeme MARS II an die Ukraine abzugeben. Es handele sich nicht nur um die Raketenwerfer, sondern auch um mehrere Hundert Raketen und Ersatzteile. Außerdem werde die Ausbildung übernommen.

"Mir ist es wichtig, dass ich diese Möglichkeit nutze, aus der Bundeswehr abzugeben, aber ich gehe damit auch an die Grenzen", sagte die SPD-Politikerin weiter. Es sei aber sichergestellt, dass die Bundeswehr die Landes- und Bündnisverteidigung gewährleisten könne. Mit MARS II können Ziele in mehr als 80 Kilometer Entfernung getroffen werden. "Wir machen das zusammen im Paket mit unseren Verbündeten Großbritannien und den USA. Es ist wichtig, dass die Ukraine jetzt schnell unterstützt wird", sagte Lambrecht.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 15. Juni 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, lve/dpa

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