Politik

"Mit wem koalieren Sie?" Unions-Politiker empört über Schulz-Rede

Nach Martin Schulz' harschen Worten gegen den Koalitionspartner lassen empörte Reaktionen nicht lange auf sich warten. Die SPD sei verzweifelt, heißt es aus der Union.

Führende Unions-Politiker haben sich empört über die SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz gezeigt. "Das ist schon ein ungewöhnlicher Vorwurf, das Wort von einem 'Anschlag gegen Demokratie' gegen die Bundeskanzlerin zu richten", sagte CDU-Vizechef Armin Laschet am Sonntagabend vor der CDU-Präsidiumssitzung. "Das zeigt eher seine Verzweiflung, jetzt solche absurden Argumente zu suchen", betonte der designierte nordrhein-westfälische Ministerpräsident.

In seiner Rede beim SPD-Parteitag in Dortmund hatte Schulz Merkel vorgeworfen, "systematisch die Debatte um die Zukunft des Landes zu verweigern". In vergangenen Jahren sei Merkel mit dieser Taktik, sich nicht zu äußern und nicht festzulegen, durchgekommen - doch "nicht mehr im Jahre 2017", kündigte der SPD-Kanzlerkandidat an. Laschet hielt dem entgegen, die Union kämpfe für eine steigende Wahlbeteiligung. Diese habe es in den vergangenen drei Landtagswahlen gegeben - zugunsten der CDU.

"So groß darf die Verzweiflung niemals sein, dass wir Demokraten uns gegenseitig Anschläge auf die Demokratie vorwerfen", entrüstete sich CDU-Generalsekretär Peter Tauber via Twitter. "Wenn Sie der Kanzlerin "Demokratieverachtung" vorwerfen, haben Sie mal überlegt, mit wem Sie koalieren?", fragte er an Schulz gerichtet. Seine Partei werde "einen fairen Wahlkampf in der Sache führen". Das erwarte sie auch von der SPD.

"Herr Schulz sollte sich seine Worte besser überlegen", kritisierte auch der CDU-Politiker Karl-Josef Laumann. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte den "Passauer Neuen Presse", die persönlichen Attacken gegen Kanzlerin Angela Merkel zeigten die "riesige Ratlosigkeit der SPD".

Quelle: n-tv.de, ino/AFP/rts

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