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Mehrere deutsche Flughäfen betroffen Verdi weitet Warnstreiks aus

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Streik in Flughafen Tegel Anfang März. Nach Angaben verschiedener Fluggesellschaften könnte die Hauptstadt auch beim neuen Warnstreik des Bodenpersonals betroffen sein.

(Foto: dpa)

Zum Wochenbeginn bleiben vielerorts wieder Busse im Depot und Kitas geschlossen. An mehreren großen Flughäfen soll das Bodenpersonal die Arbeit niederlegen. Vor der dritten Verhandlungsrunde im Öffentlichen Dienst will Verdi zeigen, dass die Arbeitnehmer zu allem bereit sind.

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Streik in Stuttgart: Busse und Bahnen fahren nicht.

(Foto: dapd)

Der Verdi-Warnstreik im öffentlichen Dienst soll auch auf die deutschen Flughäfen ausgeweitet werden. Die Tarifunion des Beamtenbundes (dbb) und die komba-Gewerkschaft haben die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Passagiere müssen deshalb mit Verspätungen rechnen.

Die Lufthansa und der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport warnten die Gäste am Flughafen Frankfurt vor möglichen Flugausfällen. Nach Angaben verschiedener Fluggesellschaften streikt das Personal in der Bodenabfertigung an diesem Dienstag in Frankfurt, München, Düsseldorf, Köln und Stuttgart. Möglicherweise sei auch Berlin betroffen. In erster Linie wollen sich den Angaben zufolge die Busfahrer der Frühschicht beteiligen, in Stuttgart auch rund 80 Beschäftigte der Flughafenfeuerwehr. In Frankfurt soll eine zentrale Kundgebung stattfinden.

Streiks an deutschen Flughäfen

An diesem Dienstag soll das Bodenpersonal an mehreren deutschen Flughäfen streiken:

  • In Berlin von 5.30 Uhr  bis 12.00 Uhr
  • In Frankfurt von 5 bis 14.30 Uhr
  • In München von 6 bis 14 Uhr
  • In Düsseldorf von 8 bis 14 Uhr
  • Am Flughafen Köln/Bonn von 0 bis 10 Uhr
  • In Stuttgart von 6 bis 11 Uhr

Betroffene Fluggäste werden gebeten, sich mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen. Ausfallpläne sind auch im Internet auf den Seiten der jeweiligen Flughäfen und Fluggesellschaften zu finden.

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi können sich die Streikzeiten noch kurzfristig ändern.

Wichtige Info-Nummern:

Flughafen Frankfurt 01805/37246
Lufthansa 01805/805805
Air Berlin 01805/737800

Die Lufthansa hat eine Liste der gestrichenen Flüge ins Internet gestellt. Auf der Internetseite der Fluggesellschaft soll außerdem ein Sonderflugplan veröffentlicht werden.

"Unser Ziel ist es ausdrücklich nicht, den gesamten Flugverkehr zusammenbrechen zu lassen", erklärte der zweite Vorsitzende der dbb-Tarifunion, Willi Russ. "Vielmehr wollen wir mit gezielten Nadelstichen dafür sorgen, dass die Tarifverhandlungen, die am 28. März 2012 in Potsdam fortgeführt werden, möglichst zu einem Abschluss kommen."

Von der Kita bis zum Altenheim

Zum Auftakt der neuen Verhandlungswoche im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes haben in drei Bundesländern Warnstreiks begonnen. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi legten mehrere tausend Beschäftigte in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ihre Arbeit nieder.

Betroffen waren unter anderem Stadtwerke, Krankenhäuser, Altenheime, Sparkassen sowie Verwaltungen der Städte und Kreise. In mehreren Städten blieben Kitas geschlossen, Ämter unbesetzt, und der Müll wurde nicht abgeholt.

Im Südwesten lief Verdi zufolge vor allem der Personennahverkehr eingeschränkt. In Stuttgart und Karlsruhe etwa ruhten Busse und Bahnen. In Schleswig-Holstein war unter anderem die Schifffahrt betroffen. Es wurden keine Schiffe mehr in den Nord-Ost-See-Kanal gelassen. In Mecklenburg-Vorpommern wurde unter anderem auch in Krankenhäusern und Einrichtungen der Bundeswehr gestreikt.

Unbefristeter Streik nicht ausgeschlossen

Verdi-Chef Frank Bsirske schätzte die Wahrscheinlichkeit eines unbefristeten Streiks auf "50 zu 50". Ein Arbeitskampf hänge sehr davon ab, "wie die Arbeitgeber sich am Mittwoch und Donnerstag aufstellen werden", sagte Bsirske in der ARD. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber von 3,3 Prozent mehr Gehalt auf zwei Jahre lehnte er erneut ab. "3,3 Prozent wären selbst für 12 Monate zu wenig, geschweige denn für 24."

Verdi fordert in dem Tarifstreit für die rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst 6,5 Prozent mehr Geld, mindestens 200 Euro.

Quelle: n-tv.de, dpa

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