Politik

Anschlag in Tel Aviv verhindert Wachmann erschießt Attentäter

In Tel Aviv ist in der Nacht zum Freitag ein Selbstmordanschlag auf eine Diskothek im letzten Moment vereitelt worden. Der Attentäter versuchte nach Polizeiangaben, ein mit Sprengstoff beladenes Auto in die Diskothek zu steuern. Dabei sei er von dem Wachmann erschossen worden.

Es war bereits das dritte Attentat in Israel innerhalb von vier Tagen. Der Anschlag überschattete die Ankündigung von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat, Anfang kommenden Jahres Präsidentenwahlen abhalten zu lassen.

"Ich habe eine Kugel auf ihn (den Attentäter) abgefeuert", sagte der Wachmann Eli Federmann zu Journalisten. "Er fiel aus dem Auto und wurde in die Luft gesprengt. Nach der Explosion habe ich ihm zweimal in den Kopf geschossen, und dann bin ich näher zu ihm gegangen und habe das restliche Magazin auf seinen Kopf abgefeuert."

Erneute Tragödie abgewendet

Augenzeugen berichteten, es sei Panik ausgebrochen, als das Auto nur wenige Meter vom Eingang entfernt in Flammen aufgegangen sei. Die Polizei errichtete Barrikaden und suchte mit Spürhunden die Umgebung nach weiteren Sprengsätzen ab. Dutzende israelische Jugendliche seien nur knapp einem schrecklichen palästinensischen Terroranschlag entgangen, sagte ein Sprecher von Ministerpräsident Ariel Scharon.

El-Aksa-Brigaden hinter Attentatsversuch

Zu dem Attentat bekannten sich die radikalen El-Aksa-Brigaden, die in Verbindung zu Arafats Fatah-Bewegung stehen. Ein Märtyrer habe die "bemerkenswerte und heldenhafte" Tat ausgeführt, hieß es in einem an Reuters gesandten Schreiben. Die Gruppe hatte Vergeltung dafür angekündigt, dass israelische Soldaten am Mittwoch einen ihrer Kommandeure, zwei Kämpfer und einen Zivilisten in Nablus im Westjordanland tötete.

Am Donnerstag hatten vermutlich militante Palästinenser nach Polizeiangaben versucht, ein Tanklager in der Nähe von Tel Aviv in Brand zu setzen. Sie hätten per Fernzündung eine Haftbombe unter einem Tanklastwagen hochgehen lassen. Arbeiter löschten die Flammen, bevor sie auf das Öldepot übergriffen.

Israelis erneut in Tulkarem

Israelische Truppen sind am Freitag erneut mit Panzern in die palästinensische Stadt Tulkarem im nördlichen Westjordanland eingerückt. Der israelische Rundfunk meldete, es sei im Stadtzentrum und in einem Flüchtlingslager eine Ausgangssperre verhängt worden. Zwischen den Soldaten und bewaffneten Palästinensern sei es zu heftigen Schießereien gekommen, hieß es. Ein Soldat wurde getötet, zwei weitere sowie vier Palästinenser verletzt.

Netanjahu will kandidieren

Israels ehemaliger Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte an, er wolle bei der Parlamentswahl im kommenden Jahr als Spitzenkandidat des rechts-konservativen Likud-Blocks antreten. Zugleich bekräftigte der parteiinterne Rivale von Scharon am Freitag in Berlin sein Nein zu einem souveränen Palästinenser-Staat.

Quelle: n-tv.de