"Trauen Sie sich?"Wagenknecht legt nach Höcke-Offerte nach und fordert ihn heraus

BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht nennt Björn Höckes Äußerungen "weder ehrlich noch seriös", sie könnte mit Hilfe der AfD thüringische Ministerpräsidentin werden. Auf das vermeintliche Angebot reagiert sie nun erneut - und fordert ihn nachdrücklich heraus.
Nach dem Angebot von Thüringens AfD-Chef Björn Höcke, ihr dort zum Amt der Ministerpräsidentin zu verhelfen, hat BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht Höcke erneut zu einem direkten öffentlichen Streitgespräch aufgefordert. In einer am Abend auf X veröffentlichten Videobotschaft sagte Wagenknecht, sie habe Höcke bereits vor Tagen ein "sehr einfaches Angebot" gemacht: "Sie und ich live, neutraler Moderator, keine vorbereiteten Reden".
Eine Antwort auf ihr Angebot hat Wagenknecht nach eigenen Angaben von Höcke bislang nicht erhalten. Sie frage sich, "was da los ist bei der AfD", sagt Wagenknecht. AfD-Chefin Alice Weidel, der sie bereits vor Wochen ein öffentliches Duell angeboten habe, "wollte nicht".
"Wir sollten reden über meinen Vorschlag eines überparteilichen Ministerpräsidenten, den Sie ja inzwischen auch gut finden", forderte die BSW-Gründerin Höcke nun in dem Video auf. Schließlich brauche Thüringen "einen neuen Regierungschef, der glaubwürdig ist und den Brandmauer-Irrsinn beendet". Um dies zu besprechen, solle der Thüringer AfD-Chef sich "ein Herz" fassen. "Gerade Sie, der Sie so viel Wert auf Männlichkeit legen, wollen doch sicher nicht als Feigling dastehen", schloss Wagenknecht ihre Videobotschaft. Über dem Video kommentiert sie in einem Eintrag auf X: "Trauen Sie sich?"
Höcke hatte sich am Donnerstag in den BSW-internen Streit in Thüringen eingeschaltet: Sie solle sich mit Hilfe der AfD zur Ministerpräsidentin des Bundeslandes wählen lassen, forderte der AfD-Landeschef. "Meine Fraktion und ich sind bereit, Ihnen dafür den Weg freizumachen", erklärte Höcke in Erfurt. "Lassen Sie uns politische Geschichte schreiben und die Brandmauer in Thüringen gemeinsam einreißen. Nicht irgendwann nach der Wahl in Sachsen-Anhalt, sondern genau jetzt."
In Thüringen regiert die CDU von Ministerpräsident Mario Voigt seit der Landtagswahl 2024 gemeinsam mit SPD und BSW in einer Dreierkoalition, jedoch ohne absolute Mehrheit, weshalb sie im Landtag mit der Linken zusammenarbeitet. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD um Höcke ist stärkste Fraktion.
Die thüringische Landes-BSW liegt mit Wagenknecht und dem Bundes-BSW über Kreuz, weil der Landesverband gegen den Willen der Bundesspitze in Voigts Koalition eingetreten war. Mit Blick auf diese Umstände hatte Wagenknecht Höckes Angebot am Donnerstag als "weder ehrlich noch seriös" kritisiert.