Politik

Seehofer attackiert Parteifreunde "Weiß jetzt, was Mobbing ist"

In ungewöhnlich scharfer Form hat der CSU-Gesundheitsexperte Horst Seehofer seine Kritiker in den Reihen der Unionsfraktion angegriffen. "Ich weiß jetzt, was Mobbing bedeutet", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und CSU-Vize dem Magazin "Stern".

Wegen seiner Kritik am Kopfpauschalen-Modell der CDU sei er als "krank, psychisch gestört, nicht zurechnungsfähig" bezeichnet worden. Diese Äußerungen kämen von "Feiglingen, die nicht mit offenem Visier kämpfen, sondern unter dem Schutz der Anonymität". Selbst hätten die "Schlafmützen aus der zweiten und dritten Reihe" aber "programmatisch oder konzeptionell noch nie was hingekriegt".

Jeder andere Politiker wäre Seehofer zufolge "bei dem Trommelfeuer aus der eigenen Fraktion" zusammengesackt und zurückgetreten. Ihm habe aber das Überleben seiner schweren Krankheit "eine ungeheure Kraft gegeben und den totalen Willen, das durchzustehen". Auf die Frage, ob Politik ein schmutziges Geschäft sei, sagte Seehofer: "Ich habe es jedenfalls so erlebt."

Erneute Kritik an CDU-Plänen

Den gesundheitspolitischen Plänen der CDU erteilte Seehofer erneut eine Absage. Er sei strikt dagegen, den Sozialausgleich im Gesundheitssystem künftig über Steuern zu finanzieren. "Die Reform muss nicht nur über Monate, sondern eine ganze Generation tragen. Deshalb scheidet für mich ein Sozialausgleich über Steuern aus." Das Gesundheitswesen dürfe nicht am Tropf des Finanzministers hängen.

CDU und CSU haben in dem schon seit Monaten schwelenden Zwist zwar Annäherungen erreicht, streiten sich aber immer noch über wichtige Punkte. Einig sind sich beide Parteien, dass das Modell einkommensunabhängiger Pauschalbeiträge des Wirtschaftsweisen Bert Rürup Grundlage einer Einigung sein soll.

Unklar ist aber nach wie vor, wie die rund 40 Mrd. Euro teuren Zuschüsse für Geringverdiener und Kinder finanziert werden sollen. Die CDU hatte dazu in den vergangenen Tagen eine steuerähnliche Sonderabgabe von 1,7 Prozent auf das Gesamteinkommen ins Gespräch gebracht. Sie soll auch von Selbstständigen und Beamten bezahlt und auch auf Kapitaleinkünfte erhoben werden. Seehofer lehnte dies umgehend ab.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema