Politik

Gesundheitskosten Weitere Krankenkassen trudeln

Die City BKK war nur der Anfang. Angesichts explodierender Kosten geraten Krankenkassen immer weiter unter Druck. Nun trifft es offenbar auch die BKK für Heilberufe. Ihr droht wohl die Zahlungsunfähigkeit. Und die Versicherten der Vereinigten IKK müssen mit einem Zusatzbeitrag rechnen.

kassen.jpg

Die Kosten im Gesundheitswesen steigen. Wer da nicht perfekt aufgestellt ist, hat Ärger.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach der City BKK steht laut "Financial Times Deutschland" (FTD) mit der BKK für Heilberufe eine zweite Krankenkasse vor der Insolvenz. Derzeit suche der Vorstand der Kasse unter den anderen Betriebskrankenkassen händeringend nach einem Fusionspartner. Falls sich bis Ende Mai niemand finde, der die BKK Heilberufe mitsamt ihren knapp 130.000 Versicherten übernehmen will, drohe der Kasse in den kommenden Monaten die Zahlungsunfähigkeit.

Das geht aus einer Mitteilung des Beirats der BKK für Heilberufe an die Vorstände der anderen Betriebskrankenkassen vom 9. Mai 2011 hervor, die der FTD vorliegt. "Unser Schwerpunkt liegt auf der Fusion", sagte der Sprecher der Kasse, Ulrich Rosendahl, der Zeitung. Für die Betriebskrankenkassen wäre dies zwar auch nicht billig, aber günstiger als eine Schließung.

Die mehr als eine Million Mitglieder der finanziell angeschlagenen Krankenkasse Vereinigte IKK müssen sich unterdessen nach Informationen der "Welt" auf einen Zusatzbeitrag gefasst machen. "Wenn es keine finanzielle Hilfe gibt, dann ist ein Zusatzbeitrag unvermeidlich", sagte der SPD-Politiker Klaus Brandner. Brandner ist Mitglied im Verwaltungsrat der Kasse. Das Gremium kommt in Kürze zusammen, um über die Sanierung der Kasse zu beraten.

Die Düsseldorfer Krankenkasse ist mit rund 1,7 Millionen Versicherten die zweitgrößte Innungskrankenkasse Deutschlands und damit zehnmal so groß wie die City BKK. Nach Informationen der "Welt" aus Kassenkreisen wird aber auch eine mögliche Hilfe anderer Kassen für die Vereinigte IKK den Zusatzbeitrag nicht mehr abwenden können. "Der Zusatzbeitrag kommt, es geht jetzt nur noch um die Höhe", heißt es.

Quelle: ntv.de, dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.