Politik

Schlagstöcke und Steine Weniger Randale als 2009

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Eine brennende Barrikade in Berlin.

(Foto: AP)

Nach Demonstrationen zum "Revolutionären 1. Mai" in Berlin und Hamburg liefern sich Linksautonome Auseinandersetzungen mit der Polizei. In beiden Städten werfen Randalierer mit Steinen und Flaschen auf Beamte, im Laufe der Nacht beruhigt sich die Lage aber wieder. Dennoch: Es gibt Verletzte.

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Im Hamburger Schanzenviertel wurden zwei Banken angegriffen.

(Foto: REUTERS)

Im Anschluss an meist friedliche Demonstrationen gegen Neonazi-Aufmärsche in ganz Deutschland ist es in Hamburg und Berlin erneut zu Ausschreitungen linker Gruppen gekommen. In beiden Städten fuhr die Polizei Wasserwerfer gegen die teils gewalttätigen Randalierer auf. Zwei Stunden nach Mitternacht hatte sich die Lage in beiden Städten jedoch im Großen und Ganzen beruhigt. In den übrigen Städten Deutschlands registrierten die Polizeistationen keine größeren Ausschreitungen oder Randale.

Die Polizei in Hamburg ist vom Ausmaß der Krawalle am Abend des 1. Mai nach eigenen Angaben "überrascht" worden. Die Gewalt sei nicht auf das Konto von Linksautonomen gegangen, sondern überwiegend von gewaltbereiten Jugendlichen ohne Bezug zur Szene ausgegangen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Das sei in der Größenordnung so nicht erwartet worden. Bei den Ausschreitungen nahm die Polizei den Angaben zufolge 69 Verdächtige fest oder in Gewahrsam. Insgesamt beteiligten sich demnach mehrere hundert Randalierer an den Ausschreitungen im Hamburger Schanzenviertel.

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Ein Vermummter wirft eine Flasche auf Polizisten.

(Foto: REUTERS)

In der Hauptstadt blieb es in der Nacht zum Sonntag weitgehend ruhig. Nach den Gewaltausbrüchen am späten Abend im Stadtteil Kreuzberg habe es keine weiteren Zwischenfälle gegeben, sagte eine Polizeisprecherin. Am Samstagabend war während der Konfrontationen auf den Straßen Berlins ein Beamter verletzt worden. 2009 waren bei Ausschreitungen in Berlin fast 500 Polizisten verletzt worden.

Drogeriemarkt geplündert

Nach einer zunächst friedlichen, sogenannten revolutionären Mai-Demonstration im Hamburger Schanzenviertel mit 1500 Teilnehmern wurden Einsatzkräfte mit Flaschen und Steinen beworfen und Böller gezündet. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um die Menge auseinanderzutreiben. Zudem plünderten die Randalierer einen Drogeriemarkt, schlugen Scheiben von mehreren Geschäften ein und verwüsteten zwei Banken. Außerdem warfen sie Autos um und zündeten Barrikaden an.

Gegen besonders gewaltbereite Gruppen setzten die Beamten nach Polizeiangaben zudem Schlagstöcke ein. Bereits in der Nacht zum 1. Mai war es im Schanzenviertel zu Ausschreitungen gekommen, mindestens 18 Menschen wurden dabei verletzt.

Bis tief in die Nacht hatten die Einsatzkräfte in der Hansestadt alle Hände voll zu tun. "Das Schanzenviertel ist noch in Bewegung", sagte eine Sprecherin kurz nach Mitternacht. Anders als in den Vorjahren sei das Viertel diesmal im Ganzen von der Randale betroffen. Erst gegen 2 Uhr beruhigte sich die Lage. In diesem Jahr waren in Hamburg rund 1200 Beamte der Polizei Hamburg, der Bundespolizei und der Polizei Schleswig-Holstein im Einsatz.

Wasserwerfer im Einsatz

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In Berlin räumt die Polizei eine Sitzblockade. Auch Bundestagsvizepräsident Thierse (M.) setzte sich den Nazis in den Weg - und musste weichen.

(Foto: REUTERS)

Auch im Berliner Stadtteil Kreuzberg rückte die Polizei mit Wasserwerfern gegen gewalttätige Randalierer an. Linksautonome hatten am Abend rund zwei Stunden lang wiederholt rund um den Spreewaldplatz Steine und Flaschen auf Polizisten geschleudert und Feuerwerkskörper abgeschossen. Ein Polizist wurde verletzt. Steinwürfe hagelte es auch gegen Einsatzfahrzeuge der Polizei. Anders als im Vorjahr stürmten die Einsatzkräfte schnell los, um Gewalttäter zu fassen. Auch Schlagstöcke wurden eingesetzt.

Am Tage waren bereits 200 Neonazis festgenommen worden, die sich abseits der genehmigten Demonstrationsroute an der Einkaufsmeile Kurfürstendamm eingefunden hatten. Die Polizei kreiste sie ein und hinderte die Teilnehmer - darunter einige aus Spanien, Italien und Tschechien - am Weiterziehen. Die Festgenommenen wurden zu einer Gefangenensammelstelle gebracht.

Weit mehr als zehntausend Demonstranten haben sich am Samstag in mehreren deutschen Städten Aufmärschen von Neonazis entgegengestellt. Starke Polizeikräfte versuchten Zusammenstöße von Rechtsextremisten und Gegendemonstranten, darunter linke Autonome, zu verhindern. Mehrfach löste die Polizei Sitzblockaden auf. In Berlin wurde dabei auch Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) vom Boden hochgezogen und an den Straßenrand geführt.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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