Politik

Modell sieht steigende Beiträge West-Rentnern steht Nullrunde bevor

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Rentner in den alten Ländern können erst 2022 wieder mit einer Anhebung der Bezüge rechnen.

(Foto: imago images/Jochen Tack)

Die Corona-Krise kommt auch im Portemonnaie der Rentner an. Weil die Löhne sinken, fällt für Senioren im Westen eine Anhebung der Bezüge im kommenden Jahr wohl aus. Im Osten sorgt das Ziel der Angleichung immerhin für einen kleinen Aufschlag.

Die Rentner in Westdeutschland müssen sich nach Prognosen der Bundesregierung wegen der Corona-Pandemie auf eine Nullrunde im kommenden Jahr einstellen. Im Osten ist wegen des Gesetzes zur Anpassung des Rentenniveaus mit einem leichten Plus von 0,7 Prozent zu rechnen, wie es in dem vom Bundeskabinett gebilligten Rentenbericht heißt.

Die sogenannte Rentengarantie sorge dafür, dass die Renten trotz aktuell sinkender Löhne zum 1. Juli 2021 nicht gekürzt werden, erklärte Bundesarbeitsmister Hubertus Heil. Der vor einigen Jahren eingeführte Mechanismus der Rentengarantie führt dazu, dass die Renten stabil bleiben, auch wenn sie rein rechnerisch sinken müssten. Allerdings fallen spätere Rentenerhöhungen wegen eines Ausgleichsmechanismus' dann geringer aus.

Die Corona-Pandemie führt nicht nur zu insgesamt sinkenden Einkommen, sondern auch zu einem Rückgang der Beitragseinnahmen bei der Rentenversicherung. Die tatsächliche Höhe der Rentenanpassung wird allerdings erst im März 2021 feststehen, wenn alle erforderlichen Daten vorliegen. "Die Rentenfinanzen sind trotz der aktuellen wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie gut aufgestellt", erklärte Heil. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Regelungen zum Kurzarbeitergeld, auf das auch Beiträge zur Rente gezahlt werden. Der Beitragssatz bleibt Heil zufolge 2021 unverändert bei 18,6 Prozent. Er steige Modellrechnungen zufolge im Jahr 2023 auf 19,3 Prozent und in den Jahren 2024 und 2025 auf 19,9 Prozent.

Rentenniveau wird sinken

Mit Blick auf das Rentenniveau heißt es in dem Bericht weiter, dass dieses von heute 48,2 auf 46 Prozent im Jahr 2034 sinken were. Dieses Sicherungsniveau drückt das Verhältnis der gesetzlichen Renten zu den Löhnen aus. Bis 2023 dürfte es auf 51 Prozent steigen, bevor es kontinuierlich absinkt. Hierbei ist berücksichtigt, dass die Renten bis 2034 um insgesamt rund ein Drittel steigen dürften.

"Die Alterssicherung in Deutschland ist gut aufgestellt", erklärte Heil. Der ebenfalls vom Kabinett beratene Alterssicherungsbericht 2020 zeige, dass die positive Wirtschaftsentwicklung der vergangenen Jahre auch bei der älteren Bevölkerung angekommen sei. Im Durchschnitt seien die Haushaltsnettoeinkommen der Älteren von 2015 bis 2019 um 14 Prozent gestiegen - und damit deutlich stärker als die Preise mit fünf Prozent. Für Ende des Jahres wird den Angaben zufolge eine Nachhaltigkeitsrücklage von 36,3 Milliarden Euro erwartet - ein Rückgang von 4,2 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Die Deutsche Rentenversicherung wies darauf hin, dass es bei der durchschnittlichen Bruttorente der über 65-Jährigen von 2015 bis 2019 einen Anstieg bei den Männern um 9,6 Prozent gegeben habe - bei den Frauen sogar um 17,5 Prozent.

Vier Prozent der Ehepaare und acht Prozent der Alleinstehenden bei den 65-Jährigen und Älteren beziehen staatliche Leistungen - Grundsicherung, Wohngeld, Kindergeld oder Sozialhilfe. Die Höhe dieser Leistungen, die oft ergänzend gezahlt werden, liegt im Schnitt bei 415 Euro für Ehepaare und 347 Euro für Alleinstehende.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/dpa

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