Politik

Tag zwei der Ampel-Sondierungen Wie die Gespräche laufen? "Schwer", sagt Lindner

260202694.jpg

Auch Christian Lindner nimmt einen Greenpeace-Riegel.

(Foto: picture alliance/dpa)

Einige Ampel-Unterhändler scheinen sich mittlerweile einen Spaß daraus zu machen, nichts zu sagen. Da Kanzlerkandidat Olaf Scholz in die USA fliegt, enden die Verhandlungen heute früher als gestern.

Die Spitzen von SPD, Grünen und FDP wollen nach Abschluss der heutigen Sondierungsgespräche ein gemeinsames Pressestatement abgeben. Angekündigt ist der Termin für 13.30 Uhr, zur Stunde laufen die Verhandlungen noch.

Die Gespräche bilden den zweiten Tag der eigentlichen Sondierungen. Sie müssen am Mittag beendet werden, weil SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz in seiner Eigenschaft als Bundesfinanzminister zum Treffen der G20-Finanzminister nach Washington fliegt. Am Mittwoch sprechen die Generalsekretäre von SPD, Grünen und FDP in kleiner Runde miteinander. Am Freitag kommt Scholz aus den USA zurück, dann soll eine dritte Sondierungsrunde stattfinden.

Inhaltlich ist bislang wenig bis nichts aus den Gesprächen nach außen gedrungen; die zwischen den Parteien verabredete Vertraulichkeit funktioniert. Diese Schweigsamkeit soll einerseits einen geschützten Raum schaffen, in dem offen geredet werden kann - das ist eine zentrale Lehre aus den Jamaika-Sondierungen von 2017, als permanent Zwischenstände an die Öffentlichkeit drangen. Zugleich zeigen die Parteien, indem sie diese Verabredung auch tatsächlich einhalten, dass sie es ernst meinen.

Drei Themen stünden aus, sagt Kretschmann

Wie schon bei den vergangenen Treffen stehen am Morgen Greenpeace-Aktivisten vor dem Messezentrum, in dem SPD, Grüne und FDP miteinander sprechen. An diesem Tag verteilen sie "erneuerbare Energie" an die Unterhändler. FDP-Parlamentsgeschäftsführer Marco Buschmann lehnt den Riegel ab, "andere brauchen das dringender, danke schön".

Sehr viel mehr ist am Morgen nicht zu erfahren - einige Unterhändler scheinen sich einen Spaß daraus zu machen, nichts zu sagen. Als SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Dienstagmorgen eiligen Schritts in die Messehalle läuft, wird er von einem Journalisten begrüßt: "Guten Morgen, Herr Klingbeil, wie ist die Stimmung?" Seine Antwort: "Gut bei mir, danke." Scholz reagiert auf dieselbe Frage mit einem Winken, Grünen-Chefin Annalena Baerbock verweist auf ihren Greenpeace-Riegel und sagt: "Jetzt hab ich einen Schoko-Riegel, gut." Dem FDP-Vorsitzenden Christian Lindner wird diese Frage auf dem Weg ins Gebäude zwei Mal gestellt, beide Male antwortet er: "Schwer." Was schwer ist, warum es schwer ist und ob er trotzdem hofft, dass die Sondierungen erfolgreich enden - das erfährt man nicht.

Einige Medienvertreter stellen schon keine Fragen mehr. "Herr Wissing, Sie sind so alleine!", ruft einer FDP-Generalsekretär Volker Wissing zu, der am Montag zum zehnstündigen Auftakt der Sondierungen noch in einer Reihe mit Lindner, Baerbock und Grünen-Co-Chef Robert Habeck gekommen war. Etwas gesprächiger ist Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Einer ZDF-Reporterin sagt er auf die Frage, ob er sich auf die Verhandlungen freue: "Ob jetzt Verhandlungen etwas Freudvolles sind, das lassen wir mal dahingestellt." Drei Themen stünden noch aus. Welche das seien? "Müsste ich jetzt nachgucken." Dann geht er.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.