Politik

Korruptionsaffäre um ehemaligen Pressesprecher Wulff wusste von Glaeseker-Urlaub

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Wulff und Glaeseker scheinen sich immer noch ganz gut riechen zu können, wie diese Aufnahme aus dem Wulff-Prozess vom 22. Januar zeigt - oder etwa doch nicht?

dpa

Im Bestechungsprozess gegen den früheren niedersächsischen Regierungssprecher packt ein Zeuge pikante Details aus: Wegen seines Engagements für eine Lobbyparty sollte Olaf Glaeseker ausgezeichnet werden - vom damaligen Ministerpräsidenten Wulff.

Der frühere niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff wollte seinen damaligen Sprecher Olaf Glaeseker wegen dessen Einsatz für die Lobbyveranstaltung "Nord-Süd-Dialog" mit dem Verdienstkreuz ehren. Das sagte ein früherer Kollege Glaesekers aus der Staatskanzlei im Landgericht Hannover aus. Dort ist Glaeseker wegen Bestechlichkeit angeklagt, der Party-Manager Manfred Schmidt wegen Bestechung. Glaeseker steht im Verdacht, im Gegenzug für Sponsorenwerbung bei der Party Gratisurlaube von Schmidt erhalten zu haben.

Ein zweiter früherer Kollege Glaesekers aus der Staatskanzlei betonte, Wulff sei durchaus über Glaesekers Urlaube bei dem befreundeten Manager informiert gewesen. So sei er einmal dabei gewesen, als Wulff seinen Sprecher unmittelbar nach dessen Rückkehr aus dem Urlaub gefragt habe: "Wie geht es Manfred?" Glaeseker habe dann Grüße von Schmidt übermittelt. "Herr Glaeseker hat nie einen Hehl daraus gemacht, wo er in Urlaub war", sagte der einstige Kollege.

Beide Zeugen bestätigten das enge Arbeitsverhältnis zwischen Wulff - der neben dem damaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Günther Oettinger, Schirmherr des "Nord-Süd-Dialogs" war - und Glaeseker. Beide seien sich sehr nahe gewesen. Außerdem sei der ehemalige Sprecher auch im Urlaub stets für seinen Chef erreichbar gewesen.

Quelle: n-tv.de, jve/dpa

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