Dossier

Peter Harry Carstensen im Porträt Ein bodenständiger Landesvater

Der Weg an die Spitze der schleswig-holsteinischen CDU war für Peter Harry Carstensen durchaus steinig, doch seit seiner Wahl zum Ministerpräsidenten 2005 war der bodenständige Nordfriese lange Zeit die unumstrittene Nr. 1 der Christdemokraten im Norden.

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Peter Harry Carstensen - in Schleswig-Holstein kennt ihn jeder.

(Foto: dpa)

Der ständige Koalitionsknatsch mit der SPD und der Rücktritt von Wirtschaftsminister Werner Marnette (CDU) aus Unzufriedenheit über das Regierungsgebaren in der Krise um die marode HSH Nordbank kratzten in den vergangenen Monaten allerdings an seinem Ansehen. Führende CDU-Politiker in Kiel kritisierten ungewohnt offen seinen Führungsstil.

Im Mai erhielt Carstensen aber beim Landesparteitag demonstrativ Rückendeckung: 92 Prozent der Delegierten stimmten für ihn als Spitzenkandidat für die nächste Landtagswahl, die eigentlich erst 2010 stattfinden sollte. Bei der Wahl wird er sich wieder mit seinem SPD-Kontrahenten Ralf Stegner messen müssen, der im Gegensatz zu Carstensen gerne polarisiert.

Kein politischer Stratege

Die Rolle als Landesvater an der Spitze einer großen Koalition hatte der heute 62-Jährige nach dem dramatischen Scheitern seiner SPD-Vorgängerin Heide Simonis wie selbstverständlich eingenommen. Carstensen kennen fast alle Schleswig-Holsteiner; mit der Teilnahme an ungezählten großen und kleinen Veranstaltungen pflegt er Volksnähe. Als politischer Stratege tritt er aber nicht in Erscheinung, vielmehr nahm er wiederholt abrupt Kurswechsel vor - auch um den Frieden in seiner Partei oder der Koalition zu bewahren.

Der 1947 auf Nordstrand geborene Carstensen ist seit Juni 2002 Landesvorsitzender der CDU. Von 1983 bis 2005 gehörte er dem Bundestag an, wo der Agrarwissenschaftler jahrelang den Landwirtschafts-Ausschuss leitete. In bundespolitische Debatten mischt sich Carstensen bewusst kaum ein, sofern nicht unmittelbar die Interessen des Landes betroffen sind.

Quelle: ntv.de, dpa

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