Dossier

Nahe am Zeitgeschehen IKEA steigt in Automarkt ein

Berlin, Zürich oder Rostock? Um Eisbärchen Knut streiten sich die Zoos. Nicht etwa als Sextourist und Samenspender im reiferen Mannesalter, sondern als Umwelt-Symbol, als Botschafter gegen den Klimawandel. Das drei Monate alte Pelztier aus dem Berliner Zoo gehe ab sofort für den Klimaschutz auf Europatournee. Erste Station sei die Schweizer Stadt Zürich, schrieb die "Neue Zürcher Zeitung am Sonntag". Dies hätten Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und der Direktor des Berliner Zoos, Bernhard Blaszkiewitz, so entschieden.

Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus verkündete hingegen in einer Pressemitteilung, dass das Eisbärenbaby in den Rostocker Zoo umzieht. Dies sei das Ergebnis zweiwöchiger Verhandlungen. Alles Unfug, Knut bleibt in Berlin, andere Behauptungen sind nichts anderes als eine Verlade zum 1. April. Knut ist ebenso wie der Klimawandel nicht nur ein aktuelles, sondern auch sehr beliebtes Thema für die alljährlichen Scherze zum Monatsbeginn, wie generell tierische Lügenmärchen.

So meldete die PR-Abteilung des Duisburger Zoos, dass erstmals die hier lebenden Nasenbären zur Grundlagenforschung für den globalen Klimaschutz eingesetzt würden. Diese Tiere verfügten über die seltene Fähigkeit, mittels spezieller Sensoren in Nasenhöhlen und Riechlappen witterungsbedingte Druckschwankungen auszumachen. Eigens für diese Forschung sei inzwischen ein hochrangiger Vertreter der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA in Duisburg eingetroffen.

Die Grüne Liga will nach eigenen Angaben in Brandenburg künftig Alligatoren ansiedeln. Möglich geworden sei die Aktion erst durch den Klimawandel, hieß es. Durch den jahrelangen Betrieb des Kernkraftwerkes Rheinsberg sei die Seenlandschaft zusätzlich aufgeheizt worden. Man hoffe auf Abenteuertouristen, die nun nicht mehr nach Australien reisen müssten. Mit einem Drogenschaf namens Sammy hat die Polizei im pfälzischen Ruchheim versucht, die Medien in den April zu schicken. Sammy habe die Ausbildung für Diensthunde durchlaufen und werde vom 1.4. an für Spüreinsätze auf der Autobahn zur Verfügung stehen, hieß es in einer Pressemitteilung. Der knapp ein Jahr alte Bock sei auf das Auffinden von "Gras" spezialisiert.

Dass Indiens heilige Kühe nicht mehr länger die Schwarzen Schafe des Klimawandels sind, meldete die österreichische Nachrichtenagentur APA: "Eine Gruppe rund um den indischen Wissenschaftler Dr. Makollig Jezvahted-Jaksch hat ein Verfahren entwickelt, durch das die Tiere bei ihren zahlreichen Darm-Winden nicht länger umweltschädliches Methan, sondern das wesentlich harmlosere Kohlendioxid in die Atmosphäre stoßen. (...) Theoretisch ist die Methode auch auf den Menschen übertragbar."

Verwirrend für Ausländer könnte eine neue Verkehrsregelung im südafrikanischen Johannesburg werden. Nach einer Rundfunkmeldung steht ab sofort die Signalfarbe Rot an den Ampeln nicht mehr für "Halt", sondern künftig für "freie Fahrt" -und Grün für "Stopp". Der Grund: Minibus-Taxifahrer würden bei Rot prinzipiell nicht anhalten, sondern weiterfahren. Die Möbelkette Ikea kündigte unterdessen in Frankfurt/Main an, in den Automarkt einzusteigen. Das erste Ikea-Auto solle "mit seinem Hybridkonzept auf Holzpellet-Biodiesel-Basis" den Automarkt revolutionieren. Einziger Wermutstropfen: "Dass wir BIL noch nicht in einem flachen Paket ausliefern können."

Aprilscherze sind laut dem Gummersbacher Wissenschaftler und Hobby-Witzforscher Reiner Foerst eigentlich eher Lügen denn Witze. Was sie gemeinsam haben, sei ihre Aktualität. Sie seien nah am Zeitgeschehen, würden immer subtiler, ausgeklügelter und manchmal auch anspruchsvoller, sagte Foerst. Das vor allem, seit sie über Medien und das Internet verbreitet würden. "Durch Zeitungsartikel sind Aprilscherze erst salonfähig geworden."

Bremer sollten sich allerdings überlegen, ob sie ihren Salon nicht besser ins Ausland verlegen. Der Bund der Steuerzahler in der Hansestadt informierte (mit Sperrfrist und Verfallsdatum 1. April), dass Bremer ihren Wohnsitz nach einer neuen Bundesverordnung nur noch bis zum Jahr 2010 ohne finanzielle Verluste verlegen könnten. Von 2011 an müssten Ausreisewillige zuvor ihren persönlichen Anteil an den Bremer Staatsschulden (13,7 Milliarden Euro) tragen, der zurzeit 20.650 Euro pro Einwohner betrage.

Quelle: ntv.de

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