Dossier

Ausnahmen wie abgesprochen "Ohne Gentechnik"

Produkte wie Fleisch und Wurst sollen nach den Plänen der Großen Koalition künftig die Bezeichnung "ohne Gentechnik" tragen dürfen, wenn die Tiere keine gentechnisch veränderten Futtermittel - wie etwa Gensoja - zu fressen bekommen haben. Allerdings dürfen bei der Herstellung der Futtermittel genveränderte Zusatzstoffe wie Aminosäuren oder Vitaminzusätze verwendet werden, wenn drei Voraussetzungen erfüllt sind:

- Gentechnikfreie Alternativen sind nicht in ausreichendem Maß verfügbar

- Die verwendeten Zusatzstoffe sind nach der EU-Öko-Verordnung zugelassen

- Genveränderte Zusätze dürfen nicht im Endprodukt nachweisbar sein

Diese Regelung gilt ausschließlich für die Futtermittel von Tieren. So dürfen zum Beispiel Aminosäuren, die auch zur Herstellung von Käse benötigt werden, nicht genverändert sein, wenn der Käse später das Label "ohne Gentechnik" tragen möchte.

Darüber hinaus hat sich die Koalition auf klare Regelungen für den Anbau von Genmais verständigt:

- Zu benachbarten Feldern muss es einen Sicherheitsabstand von mindestens 150 Metern geben. Zu Ökobauern oder zu benachbarten Landwirten, die dem Anbau von Genmais widersprechen, müssen es sogar 300 Meter sein.

- Die Sicherheitsabstände können durch Absprachen mit den benachbarten Landwirten unterschritten werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Nachbarn schriftlich um eine Einwilligung gebeten und dabei über die rechtlichen Folgen aufgeklärt wurden. Sollte ein Nachbarbauer nicht einverstanden sein, muss er ausdrücklich widersprechen.

- Derartige nachbarschaftliche Absprachen werden im Standortregister eingetragen.

Quelle: n-tv.de