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Jesuskind out Mauer in Bethlehem

Seit jeher lockte Bethlehem Pilger und Touristen als "Geburtsstadt Jesu". Die wichtigste Sehenswürdigkeit war die Geburtsbasilika.

Doch seit 2003 ist nicht mehr die traditionelle Stätte, wo die Krippe des Jesuskindes stand, die Hauptattraktion der Kleinstadt südlich von Jerusalem. Kein Bericht aus Bethlehem kommt mehr ohne "Mauer" aus. Obgleich sie nur etwa ein Kilometer lang ist, wird behauptet, dass ganz Bethlehem "eingemauert" sei, rundherum. Das ist faktisch falsch. Nach Süden und Osten gibt es weder Zaun noch Mauer. Die Straßen sind offen, ohne Straßensperren. Die Bewohner Bethlehems können sich ohne Genehmigungen innerhalb der besetzten Gebiete frei bewegen.

Propaganda der Palästinenser

Im Rahmen dieser Propaganda erzählen die Palästinenser nur das, was ihnen nutzt. Sie verschweigen, was ihnen schaden könnte. So erwähnen sie nur die Folgen der Mauer, ihr Gefühl, in einem Ghetto eingesperrt zu sein, der Verlust von Ackerland zugunsten des israelischen Sperrwalls. Man gewinnt den Eindruck, als hätten die Israelis die Mauer allein aus Böswilligkeit errichtet, um die Palästinenser zu erniedrigen, wirtschaftlich zu knebeln und "einzusperren".

Unerwähnt bleiben die Ereignisse, die dem Mauerbau vorausgingen. Aus Bethlehem kamen extremistische Terroristen, die in Jerusalem einige der blutigsten Selbstmordanschläge verübt hatten. Um sich davor zu schützen, investierte Israel riesige Summen in den Schutzwall. Aber anstatt selbstkritisch die eigene Mitverantwortung für die Misere in Bethlehem auszusprechen, wird alle Schuld allein den Israelis zugeschoben. Manche behaupten gar, dass hunderte Tote in Bussen, Restaurants und auf dem Gemüsemarkt von Jerusalem kein "wahrer Grund" dafür sein könnte, den Palästinensern einige Hektar Olivenhaine "wegzunehmen" um darauf eine Mauer zu bauen. Touristen dürften eher durch Terror abgeschreckt werden, als durch die relativ unproblematische Passage durch den israelischen Grenzübergang an der "Mauer".

Der Nahe Osten ist sein Metier. Ulrich W. Sahm berichtet seit Mitte der 70er Jahre aus der Region – immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der Nachricht.

Quelle: ntv.de

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