Versand-VideothekenAb 2,50 Euro geht es los
Wer auf das Stöbern in einer richtigen Videothek verzichten kann, ist bei Versand-Videotheken richtig aufgehoben. Die DVDs kommen per Post. Doch wer macht die besten Angebote?
Die Filmgalerie 451 in Berlin-Mitte gilt als eine der bekanntesten und am besten sortierten Videotheken der Stadt. Hierher kommen Kunden nicht nur für die gängigen Blockbuster, sondern gerne auch mal für ausgefallenere Wünsche. "Wir nennen uns Verleih und Archiv. Archiv bedeutet zum einen, dass das Programm in die Tiefe bis zu den Anfängen des Films vor über 100 Jahre geht. Außerdem es geht in die Breite", so Silvio Neubauer. Der Kunde findet hier alle denkbaren und undenkbaren Formen des Spielfilms und des Dokumentarfilms – auch aus verschiedenen Ländern.
Konkurrenz bekommen klassische Videotheken seit einiger Zeit von Online-Videotheken. Das Prinzip ist einfach: Im Internet Filme aussuchen und bestellen. Ein paar Tage warten und dann liegen die gewünschten DVDs im Briefkasten und können genutzt werden.
Nach dem Anschauen können die Filme zumeist innerhalb von 7 Tagen in den bereits frankierten Rückumschlag gesteckt und zurück geschickt werden. Die Kosten sind sehr Unterschiedlich. Einige Anbieter rechnen pro Bestellung ab, andere bevorzugen Abomodelle. Bei der Einzelbestellung geht es bei 2,50 Euro pro Film los. Hinzu kommen zwei Euro für den Versand. Die Abomodelle starten bei ungefähr sieben Euro für zwei Filme pro Monat, weiß Michael Wolf von der Stiftung Warentest, die die Videoverleiher getestet hat.
Suchmaschinen qualitativ unterschiedlich
Wer den richtigen Film finden möchte, braucht dabei manchmal Hilfe. In der Filmgalerie 451 ist das kein Problem. Das fachkundige Personal hilft dort gerne weiter. Bei den Online-Videotheken gibt es diese Beratung nicht. Hier sollen Suchmaschinen helfen, den richtigen Film zu finden. Das aber funktioniert nicht bei allen wirklich gut, insbesondere wenn man gezielt nach bestimmten Regisseuren oder Filmen sucht. "Insgesamt ganz gut bei der Handhabung haben OVideo, Lovefilm und Videobuster abgeschnitten", so Wolf.
Online-Videotheken sind nichts für spontane Videoabende. Vom Zeitpunkt der Bestellung bis zu dem, an dem die Filme im heimischen Briefkasten lagen, kann es in schlechten Fällen ganz schön dauern. Am schnellsten im Test lieferten Lovefilm, DVDone und Videobuster. Schon nach ungefähr zwei Tagen befanden sich die bestellten Filme im Briefkasten. Andere Anbieter brauchten länger. So spontan wie bei der Videothek um die Ecke funktioniert die Versandvideothek natürlich nicht.
Bei manchen Anbietern gibt es auch Abo-Pakete. Das Prinzip: Der Kunde stellt eine Liste von Filmen und Genres zusammen und bekommt dann regelmäßig Filme aus der Liste zugeschickt. Am besten funktionierte dies bei Lovefilm.de.
Geringes Angebot bei reinen Online-Angeboten
Neben den Versandvideotheken gibt es auch reine Online-Angebote. Dazu braucht man zunächst einmal einen schnellen Breitband-Internetzugang. "Das funktioniert technisch nach unserem Test eigentlich ziemlich gut. Das Problem bei den reinen Online-Angeboten ist, dass die Auswahl an Filmen sehr gering ist", resümiert Wolf. Und genau deshalb kam bei den reinen Onlinern trotz niedriger Preise keiner über die Test-Note "ausreichend" hinaus.
Bei den DVD-Versand-Angeboten schafften immerhin drei ein "gut". Testsieger Verleihshop.de überzeugte vor allem durch ein sehr gutes Angebot an Kinofilmen und Fernsehserien.
Wer lieber auch mal spontan eine DVD ausleihen möchte, das genüssliche Stöbern in echten Regalen mag und auf den Rat von Experten nicht verzichten möchte, ist nach wie vor in eine gut sortierte Videothek um die Ecke am besten aufgehoben.