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DSL, Strom, Versicherung Darf man bei Umzug kündigen?

Wer bei einem Umzug seinen DSL-Vertrag kündigen wollte, erlebte noch vor kurzem sein blaues Wunder. Ein vorzeitiger Ausstieg war nicht einmal dann möglich, wenn der Anbieter in die neue Wohnung gar nicht liefern konnte. Inzwischen haben DSL-Kunden deutlich mehr Rechte. Doch wie sieht es bei anderen Verträgen aus?

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Bei einem Umzug muss man nicht alles mitnehmen. Den DSL-Vertrag oft schon.

(Foto: Rainer Sturm, pixelio.de)

Kleidung, die man nicht mehr trägt, Deko, die man nicht mehr sehen will und jede Menge Unterlagen, die man nie wieder brauchen wird – ein Umzug ist der ideale Zeitpunkt, gründlich zu entrümpeln. Doch nicht alles, was man gerne zurücklassen würde, wird man so einfach los wie einen Sack Alttextilien. Denn Verträge mit DSL-Providern, Energieversorgern und Hausratversicherern verlieren durch einen Umzug nicht unbedingt ihre Gültigkeit.

Hausratversicherung

Wer bisher eine Hausratversicherung hatte, wird diese wahrscheinlich auch im neuen Domizil behalten wollen. Das muss er in der Regel auch, denn anders als bei der Kfz-Versicherung, bei der die Police endet, sobald das Auto abgemeldet wird, läuft die Hausratversicherung weiter. Schließlich ist nicht die Wohnung an sich versichert, sondern der Hausrat, der auch in die neue Wohnung mitgenommen wird.

Ein Sonderkündigungsrecht bei Umzug gibt es in der Hausratversicherung deshalb nicht – mit zwei Ausnahmen: Ziehen zwei Menschen zusammen und beide haben eine eigene Hausratpolice, darf der Vertrag mit der geringeren Versicherungssumme gekündigt werden. Und auch bei einem Umzug ins Ausland kommt man normalerweise aus dem Vertrag heraus.

Strom

Stromverträge werden mit Laufzeiten bis zu 24 Monate angeboten. Ein Sonderkündigungsrecht gibt es nur bei Preiserhöhungen – nicht immer jedoch bei einem Umzug. Hier kommt es darauf an, ob eine Umzugsklausel im Vertrag steht – und wenn ja, wie großzügig diese ausgelegt ist. In einer großangelegten Servicestudie des Vergleichsportals Verivox erlaubten immerhin 82 Prozent Tarife grundsätzlich eine Kündigung bei Wohnungswechsel. In zwölf Prozent der Fälle war ein Ausstieg allerdings nur möglich, wenn der Kunde das aktuelle Netzgebiet verlässt. Fünf Prozent der Verträge waren alles andere als verbraucherfreundlich und schlossen eine Kündigung bei Umzug generell aus.  

Am einfachsten ist der Umzug im teuren Grundversorgungstarif: Er lässt sich generell mit einer Frist von zwei Wochen kündigen.

Gas

Auch Gastarife kann man auf jeden Fall mit zweiwöchiger Frist kündigen, sofern man seine Energie vom Grundversorger bezieht. Ansonsten verhält es sich wie beim Strom: Die Mehrheit der Anbieter erlaubt die Kündigung, wenn man umzieht – zumindest dann, wenn die neue Wohnung außerhalb des Netzgebietes liegt. Wer Pech hat, muss allerdings auch in der neuen Wohnung für einen alten Vertrag zahlen – auch wenn der Versorger gar nicht mehr liefern kann.

DSL

DSL-Verträge konnten noch bis vor Kurzem ein echtes Ärgernis beim Umzug sein. Bislang hatten Kunden bei einem Wohnungswechsel nämlich grundsätzlich kein Kündigungsrecht – auch dann nicht, wenn sie das Anschlussgebiet ihres bisherigen Anbieters verlassen hatten. Konnte die neue Wohnung weiter beliefert werden, ging das meist mit einer Änderung der Vertragslaufzeit einher, nach dem Umzug musste man sich erneut für 24 Monate an den Anbieter binden.

Seit Mai ist damit Schluss, das neue Telekommunikationsgesetz regelt Umzüge deutlich verbraucherfreundlicher. Kann der Provider seine Leistung am neuen Wohnort nicht anbieten, muss der Kunde dafür auch nicht bezahlen, sondern darf vorzeitig mit einer Frist von drei Monaten aus dem Vertrag aussteigen. Entscheidend ist, dass der Vertrag genau so weiter erfüllt werden muss, wie bisher. Das betrifft vor allem die Übertragungsrate. Kann der Anbieter beispielsweise in der neuen Wohnung nur DSL 2000 bereitstellen statt wie bisher DSL 16.000, berechtigt das zur Kündigung. Nimmt man den alten Vertrag mit, darf sich die Laufzeit dadurch nicht verlängern.

Wer seinen Vertrag loswerden möchte, weil es in der neuen Wohnung sonst zwei DSL-Anschlüsse gäbe, hat allerdings Pech gehabt: Einen Rechtsanspruch auf Kündigung gibt es in solchen Fällen nicht. Manchmal hilft es aber, mit dem Anbieter zu reden. Geht es um zwei Verträge beim selben Anbieter, stehen die Chancen für ein kulantes Entgegenkommen gut.

Handy

Auch für Handyverträge greift das neue Telekommunikationsgesetz, wenn auch Umzugsärger hier naturgemäß seltener ist. Dennoch kann es bei einem Wohnungswechsel kompliziert werden, nämlich dann, wenn man seinen Wohnsitz ins Ausland verlagert. Auch dort lässt sich das Mobiltelefon wie gewohnt nutzen, allerdings zu wesentlich höheren Kosten als in Deutschland. Ob Roaminggebühren eine Leistungseinschränkung darstellen oder nicht, ist nicht höchstrichterlich entschieden. Verbraucherschützer gehen aber davon aus, dass bei einem Umzug ins Ausland ein Sonderkündigungsrecht besteht. Schließlich bieten deutsche Mobilfunkanbieter im Ausland kein eigenes Netz an, die Leistungen sind also nicht mit denen in Deutschland vergleichbar.

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Quelle: ntv.de

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