Multitools im PraxistestEin Werkzeug, viele Funktionen
Wenn für einen richtigen Werkzeugkoffer nicht genügend Platz ist, müssen Multitools her. Die kleinen Helfer haben unzählige Funktionen und Einsatzbereiche.
Holger Dirks ist Radfahrer aus Leidenschaft. Seine Touren führten ihn bereits quer durch Sizilien. Das nächste Mal soll es nach Südamerika gehen. Mehr als einen großen Rucksack kann er auf seine Reisen nicht mitnehmen. Ein Werkzeugkoffer ist für den Notfall zu schwer und zu groß. Multitools sind da ein guter Ersatz.
Carsten Arncke von Globetrotter kennt sich mit diesen Werkzeugkästen im Hosentaschenformat aus: "Multitools werden hauptsächlich von Leuten gekauft, die sie beruflich nutzen möchten, also Leute, die einfach nur ein kleines Tool brauchen, das sie in der Tasche am Körper mit sich führen können."
Drei Werkzeuge im Vergleich
Holger Dirks testet für uns drei dieser Multitools: Das Leatherman Wave für rund 100 Euro und das Victorinox Swiss Tool CS Plus für 115 Euro. Das sind die beiden Klassiker unter den Multitools. Außerdem für den schmalen Geldbeutel mit im Test: das Meru Mutlitool für knappe zehn Euro. "Das Meru ist sozusagen ein Einsteigertool, relativ preisgünstig, und deswegen vielleicht interessant für Leute, die einfach ein Werkzeug haben möchten, dass sie für den Fall der Fälle im Handschuhfach im Wagen haben", meint Arncke.
Mit dem Meru verfügt man über die Grundwerkzeuge wie Zange, Schere, Feile, Klinge, Säge und Bithalter. Das Leatherman besitzt über 17 Werkzeuge und ist mit 284 Gramm das leichteste unserer Multitools. Das Werkzeug hat eine unbegrenzte Garantie, genauso wie das Victorinox. Das wiegt bereits 424 Gramm. Dafür ist es umfangreich ausgestattet. "Die Besonderheit bei Victorinox ist, dass die 27 Werkzeuge alle nach außen gelegt wurden, so dass ich es nicht erst auf- und zuklappen muss, sondern ich kann es direkt rausnehmen, ausklappen und losarbeiten", erklärt Arncke.
Schrauben ohne Probleme
Holger Dirks will die Werkzeuge bei sich zu Hause ausprobieren. Den ersten Heimwerkertest bestehen alle drei Produkte auf Anhieb. Das Anbringen der Garderobe läuft ohne Probleme. Holger Dirks ist mit den Multitools sehr zufrieden: "Das Schrauben funktioniert gut bei allen dreien - beim Victorinox besonders gut dadurch, dass es einen längeren Schraubenzieher hat als die anderen. Dadurch kommt man einfach besser an viele Sachen heran."
Auch die Zange greift beim Festziehen einer Mutter bei allen Multitools fest und rutscht nicht ab. Sie ist aber nur für das Greifen kleinerer Objekte ausgerichtet. Leatherman und Victorinox liegen gut in der Hand. Mit dem Meru kann das Arbeiten aber unangenehm werden. Hier sind die Kanten nicht abgerundet wie beim Victorinox und drücken sich in den Handballen.
Beim Outdoor-Test will Holger Dirks die Schärfe der Messer ausprobieren. Die Klingen von Voctorinox und Leatherman schneiden sauber und gut. Das Meru dagegen ist leider nicht ganz so scharf. Ein Extra weisen die Klingen des Leatherman auf. "Eine Besonderheit der Leathermans ist, dass sie zwei Einhandmesser außen liegend haben, die ich mit einer Hand öffnen und schließen kann. Das kann praktisch sein, wenn ich auf zum Beispiel auf einer Leiter stehe", erklärt Arncke den Sinn der Funktion. Das erfordert allerdings ein wenig Übung und Geschick.
Teilweise fummelig
Das gilt auch für das Hantieren mit den beiden anderen Multitools. Zwar sind alle mit Sicherungen versehen, damit die Klinge nicht versehentlich einschnappen und den Benutzer verletzen kann, aber das macht es auch umständlich. Besonders ärgerlich ist das beim Meru, bei dem man erst Nachbartools halb ausziehen muss, um die Arretierung der Klinge zu lösen eine ganz schöne Fummelei.
Unser Fazit: Das Meru ist ein gutes Einsteigerwerkzeug für den eher seltenen Gebrauch. Für wirkliche Outdoor-Spezialisten und Profi-Heimwerker sind das Leatherman und das Victorinox genau das Richtige.