Ratgeber

Solarstrom vom eigenen Dach Förderkürzung ab 2011 droht

Zum Stichtag 1. Juli wurde die Solarförderung um 13 Prozent gekürzt. Im Juni hat es deshalb einen Boom an neuen Photovoltaik-Anlagen gegeben. Das wiederum könnte dazu führen, dass auch zum Jahreswechsel die Förderung nochmals deutlich zusammengestrichen wird.

montage_solarmodule_solarstrom_photovoltaik.jpg

Die Montage der Solarmodule bringt immer weniger ein. Allerdings fallen auch die Preise für die Module schnell, weshalb die Installation immer noch gute Renditen abwerfen kann.

(Foto: Klaus-Uwe Gerhardt, pixelio.de)

Die Kürzung der staatlichen Förderung von Solarstrom-Anlagen hat zu einem massiven Ausbau kurz vorher geführt. Die für die Gewährung zuständige Bundesnetzagentur in Bonn verzeichnete in den letzten vier Wochen vor dem Stichtag 1. Juli weit mehr als 50.000 Anmeldungen, wie die Behörde am mitteilte. Das war annähernd mehr als ein Drittel der im ersten Halbjahr 2010 insgesamt eingereichten Anträge (135.000) auf Förderung. Im gesamten Vorjahr wurden bei der Netzagentur lediglich rund 160.000 Meldungen abgegeben. Eine Meldung ist Voraussetzung dafür, das Fördergeld zu bekommen.

"In den letzten Wochen verzeichnen wir eine Flut von Datenmeldungen", erklärte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth. Die Leistung der im ersten Halbjahr 2010 neu angemeldeten Solaranlagen belaufe sich auf mehr als drei Gigawatt und sei damit fast schon so hoch wie die gesamte im Vorjahr in Deutschland neu installierte Kapazität zur Solarstrom-Erzeugung (3,8 Gigawatt). Ende 2009 lag die installierte Leistung von Solaranlagen nach Angaben der Bundesnetzagentur bei 9,8 Gigawatt. Das entsprach bereits in etwa der Leistung von sieben Atomkraftwerks-Blöcken.

Bundestag und Bundesrat hatten nach langen Diskussionen eine Reduzierung der Förderung von Solaranlagen auf Hausdächern zum 1. Juli um zunächst 13 Prozent beschlossen. Zum 1. Oktober erfolgt eine Kürzung um weitere drei Prozent. Für Anlagen, die vor den Stichtagen angemeldet wurden, werden jeweils 20 Jahre lang die alten Sätze gezahlt.

Vergütungssätze fallen deutlicher

Die Krux der hohen Nachfrage jetzt ist die Wirkung auf die Vergütungssätze des kommenden Jahres. Die Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht vor, dass sich die Förderung bei hohem Zubau stärker abschwächt. Dabei werden die Zahlen der Bundesnetzagentur zugrunde gelegt. Allerdings wird nicht ein ganzes Jahr herangezogen, sondern der Zubau der Monate Juni bis September hochgerechnet.

Sollte die Annahme der Bundesnetzagentur zutreffen und im Juni die Zubauzahl nahe 1,7 Gigawatt liegen, wäre damit jetzt schon ein Jahreswert von 6,8 Gigawatt ausschlaggebend. Damit würde die Kürzung 2011 statt der regulären 9 Prozent auf den Maximalwert von 13 Prozent ansteigen. Sollte zum Schwellenwert von 6,5 Gigawatt nach Juni noch etwas fehlen, dürften dies die Monate Juli bis September beisteuern, die wegen der zweiten Stufe der außerordentlichen Fördersenkung im Oktober ebenfalls nicht nachfrageschwach sein könnten.

Quelle: ntv.de, akl/afp/dj