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Lohnvergleich der Bundesländer Hier ist am meisten zu holen

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Bei den Einstiegsgehältern nach dem Studium fallen die Unterschiede zwischen den Bundesländern noch gravierender aus.

(Foto: imago/Future Image)

Wer es auf ein hohes Einkommen abgesehen hat und nicht auf eine Region festgelegt ist, sollte sich genau überlegen, wo er seine Brötchen verdienen möchte. Denn in einigen Bundesländern gibt es deutlich mehr Geld als in anderen, wie eine neue Studie zeigt.

Dass in einigen Teilen Deutschlands mehr verdient wird als in anderen, hat sich herumgesprochen. Die Höhe dessen, was mit ein und derselben Tätigkeit zu verdienen ist, überrascht dann schon. Denn der Unterschied kann bis zu fast 18.000 Euro betragen - bei gleicher Ausbildung und Arbeit.

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Quelle: Gehalt.de

Die höchsten Gehälter beziehen Arbeitnehmer nach Untersuchungen des Portals Gehalt.de in Hessen. Hier liegt das regionale Lohnniveau 12,7 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Auf dem zweiten Platz folgt Baden-Württemberg mit einem überdurchschnittlichen Niveau von 110 Prozent. Dahinter landet Bayern mit 106,4 Prozent. Das bundesweite Durchschnittsgehalt liegt bei rund 44.0000 Euro. Hier wurden die Löhne alle Alters- und Berufsgruppen sowie Branchen berücksichtigt (ohne Führungskräfte).  

Besonders auffällig ist aber auch 27 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung das Ost-West-Gefälle. Denn auf den letzten Plätzen liegen ausschließlich die ehemals neuen Bundesländer Thüringen (78,1 Prozent), Sachsen (76,9 Prozent), Brandenburg (76,2 Prozent), Sachsen-Anhalt (75,4 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (73,5 Prozent). Damit liegt das Lohnniveau von Spitzenreiter Hessen fast 40 Prozent höher als das in Mecklenburg-Vorpommern.

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Quelle: Gehalt.de

Was sich auch bei Berufseinsteigern zeigt - sie verdienen in Hessen durchschnittlich 33.509 Euro, in Mecklenburg-Vorpommern sind es gerade einmal 21.847 Euro, also gut 17.500 Euro weniger.

Bei den Einstiegsgehältern nach dem Studium fallen die Unterschiede in Relation noch gravierender aus. So gehen Akademiker nach dem Berufsstart in Hessen mit durchschnittlich jährlich 51.517 Euro nach Hause, in Mecklenburg-Vorpommern gibt es 33.587 Euro zu holen - ein Unterschied von fast 18.000 Euro. Nicht vergessen werden sollte aber beim Vergleich solcher Zahlen, dass auch die Lebenshaltungskosten in den entsprechenden Bundesländern deutlich höher oder geringer ausfallen.

Interessant ist die Untersuchung auch unter Berücksichtigung des "Hauptstadtfaktors" des jeweiligen Bundeslandes. Beim Vergleich der Landeshauptstädte hat Stuttgart die Nase vorn. Hier verdienen Angestellte jährlich 27,6 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt, dicht gefolgt von München mit 26,1 Prozent mehr. Die Städte Düsseldorf (118,5 Prozent) und Wiesbaden (117,4 Prozent) liegen fast gleichauf. Auf dem fünften Platz folgt Mainz mit 106,8 Prozent. Die hinteren Ränge belegen Schwerin (76,1 Prozent), Magdeburg (80,7 Prozent), Erfurt (80,4 Prozent), Potsdam (80,6 Prozent) und Dresden (83,1 Prozent).

in der Auswertung nehmen die Analysten von Gehalt.de auch Bezug auf die unbereinigte Entgeltlücke. Das bedeutet, dass die Experten die Gehälter nach Geschlecht trennen und vergleichen, ohne dabei weitere strukturelle Faktoren zu berücksichtigen. Das Ergebnis: Der Gehaltsunterschied geht stets zuungunsten der Frauen aus. Die größte Lücke mit fast 27 Prozent existiert in Baden-Württemberg, die geringste in Brandenburg mit rund 17 Prozent.

Für die Untersuchung wurden 750.848 Gehaltsdaten von Beschäftigten in Deutschland untersucht und je nach Bundesland ausgewertet.

Quelle: n-tv.de, awi

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