Ratgeber

Fehlgriff beim Einkauf Kein Recht auf Umtausch

Es kommt immer wieder vor: Beim Auspacken der großen Tüten stellt man fest, dass man beim Einkauf ziemlich daneben gegriffen hat. Der Pullover hat beim genaueren Hinsehen eigentlich eine scheußliche Farbe, die Kaffeemaschine funktioniert nicht - und das neue Buch für die Nichte hat die bereits im Regal stehen.

Für solche Fälle hat der Gesetzgeber das Umtauschrecht genau geregelt. Pech für den Kunden: Ein Recht auf Umtausch hat er nur, wenn die Ware einen Mangel aufweist. Dann kann er sich auf seine Gewährleistungsrechte berufen. Ansonsten gilt, was Jürgen Schröder von der Verbraucherzentrale NRW erklärt: "Wenn der Händler Verbrauchern ein Umtauschrecht einräumt, dann ist das Kulanz und nicht gesetzlich vorgeschrieben." Verbraucher können also nicht einfach darauf vertrauen, dass sie jede Ware ohne weiteres umtauschen können.

Kassenbon aufheben

Dennoch kommen die meisten Händler ihren Kunden entgegen: Für sie ist es selbstverständlich, bei Nichtgefallen die Ware freiwillig umzutauschen. Vor allem bei großen Handelsketten ist das gängige Praxis. Und in der Regel klappt das reibungslos, wie Günther Knie von der Galeria Kaufhof meint: "Wenn Ihnen etwas nicht gefällt oder Sie bekommen ein Geschenk, das nicht passt, dann können Sie es selbstverständlich zurückbringen - gegen Vorlage des Kassenbons." Bei anderen Geschäften wie zum Beispiel Saturn sollte der Kunde darauf achten, dass er die Ware nicht bereits ausprobiert hat: "Das Produkt muss noch originalverpackt und vollständig sein", so Nadine Holenz.

Wie lange ein Umtausch gegen Geld möglich ist, bestimmt jeder Händler selbst. Karstadt, Mediamarkt und Saturn zum Beispiel lassen den Umtausch innerhalb von zwei Wochen zu. Bei Tchibo ist dies vier Wochen lang möglich. Ikea bietet den Umtausch originalverpackter Ware sogar noch innerhalb der nächsten drei Monate an. Und bei Thalia kann man die Umtauschfrist individuell verhandeln.

Einige Händler werben sogar ganz gezielt mit einer Rückgabegarantie. So heißt es auf der Internetseite von Aldi-Nord: "Alle von uns zusätzlich zum Lebensmittelsortiment verkauften Produkte können Sie in allen ALDI-Märkten innerhalb von einem Monat nach Kauf ohne jede Begründung gegen Vorlage des Kassenbons zurückgeben. Der Kaufpreis wird Ihnen erstattet." Auf eine solche Werbung kann sich der Kunde verlassen, so Schröder von der Verbraucherzentrale: "Wenn ein Händler mit einer solchen Garantie wirbt oder im Internet darüber informiert, dann ist er gegenüber dem Verbraucher auch daran gebunden."

Gutschein statt Geld

Was bei den großen Handelsketten üblich ist, gestaltet sich bei kleineren Fachgeschäften mitunter etwas anders. Hier erhält der Kunde bei Nichtgefallen sein Geld für die Ware oft nicht zurück. Stattdessen stellen viele dieser Händler Gutscheine aus und setzen auf ein erneutes Beratungsgespräch.

Eine Besonderheit stellen Versand- und Internetkäufe dar. Hier hat der Kunde die Möglichkeit, die Zustimmung zum Kaufvertrag binnen zwei Wochen zu widerrufen, und zwar ohne Angabe von Gründen. Mit anderen Worten: Um sein Geld zurück zu erhalten, muss er nicht erst nachweisen, dass die Ware fehlerhaft war. Das Gleiche gilt übrigens auch für so genannte Haustürgeschäfte wie zum Beispiel Tupper-Partys.

Bei allen Einkäufen im Geschäft empfiehlt es sich also, vor dem Kauf nachzufragen, ob der Händler auch bei Nichtgefallen umtauscht. Dann birgt auch der Kauf von Geschenken keine Risiken.

Quelle: n-tv.de