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Montag, 14. April 2014

Neue Regeln für Kaffeemaschinen: Nach 40 Minuten wird die Platte kalt

Kaffee schmeckt am besten frisch gebrüht. Spätestens nach 30 Minuten auf der Warmhalteplatte wird er bitter. Von daher sollte es nicht weiter stören, wenn die Warmhaltefunktion an neuen Maschinen künftig begrenzt wird. Protest gegen die EU-Pläne regt sich trotzdem.

Kaffee wird auf der Warmhalteplatte nicht besser.
Kaffee wird auf der Warmhalteplatte nicht besser.(Foto: picture alliance / dpa)

Die EU-Kommission will stromfressende Kaffeemaschinen aus den Verkaufsregalen verbannen und sorgt damit wenige Wochen vor der Europawahl für Diskussionen. Hausgerätehersteller und der Bund der Energieverbraucher befürworten die geplante Regelung. Die EU will eine automatische Abschaltung der Warmhaltefunktion für Hersteller zur Pflicht zu machen, um so den Energieverbrauch der Maschinen zu verringern. Kritik kam teilweise aus der Politik. "Die ab 1. Januar 2015 geplante Regelung ist extrem sinnvoll zur Verringerung des Stromverbrauchs", sagte der Geschäftsführer des Fachverbandes Hausgeräte im ZVEI, Werner Scholz.

Für Filter-Kaffeemaschinen mit einer Isolierkanne soll der EU zufolge eine Wartezeit von fünf Minuten gelten. Bei Maschinen ohne Isolierbehälter wird die Warmhalteplatte dann nach 40 Minuten abgeschaltet. Die Hersteller sollen aber entscheiden können, ob sie es ermöglichen, die automatische Abschaltung der Warmhaltefunktion wieder abzustellen. "Die Einschränkungen für den Verbraucher sind sehr, sehr gering. Kaffee, der 40 Minuten in der Glaskanne steht, schmeckt ohnehin nicht mehr", sagte Scholz. Vorteile für die Verbraucher seien Einsparungen beim Stromverbrauch und damit bei den Kosten.

Modelle existieren schon

Der Bund der Energieverbraucher schätzt die Einsparungen auf etwa 60 Euro im Jahr, wenn täglich drei Kannen Kaffee gekocht und diese insgesamt acht Stunden warmgehalten werden. "Existierende Modelle, die automatisch abschalten, kosten kaum so viel wie der Warmhaltestrom eines Jahres", sagte der Vorsitzende des Verbandes, Aribert Peters. "Wir bekommen die Energiewende nicht hin, ohne Strom zu sparen." Für die Hersteller seien die Bestimmungen kein Problem, sagt ZVEI-Geschäftsführer Scholz: "Sie sind vorbereitet". Wie zuvor die strengeren Regeln für Staubsauger, so werde die Elektroindustrie auch die neuen Auflagen für Kaffeemaschinen meistern.

Bei BSH Bosch und Siemens Hausgeräte bestätigt man das: "Die Geräte der BSH werden alle zum Termin am 1.1.2015 umgestellt sein". Die Regelung sei ein sinnvoller Kompromiss zwischen Verminderung des Energieverbrauchs und Nutzergewohnheiten. Kritiker werfen der EU vor, sich in Banalitäten zu verzetteln. "Die EU sollte sich um wichtige Themen kümmern. Die Heizdauer von Kaffeemaschinen gehört mit Sicherheit nicht dazu", sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jörn Arp den "Lübecker Nachrichten". Die Unternehmensverbände (UV) Nord monierten, die "Regelungs-Wut" der EU stelle die Wirtschaft vor große Herausforderungen.

Brüssel setzt seit Jahren immer mehr Produkte auf eine Energiesparliste. Zuletzt hat es Staubsauger mit hohem Stromverbrauch erwischt. Nach dem 1. September 2014 dürfen sie nicht mehr verkauft werden. Mit den Regeln will die EU den Stromverbrauch der Haushalte senken und das Klima schonen. Zum 1. Januar 2015 gelten verschärfte Vorschriften zum Energieverbrauch von Backöfen, Kochfeldern und Dunstabzugshauben. "Man wird weiter hervorragend backen und kochen können", sagte Scholz. "Der Verbraucher merkt die Änderungen nur am niedrigeren Stromverbrauch." Die Kommission wird jedes Mal nur aktiv, wenn die EU-Staaten zustimmen. Das Gesetz soll helfen, das Klimaziel der EU bis zum Jahr 2020 einzuhalten.

Quelle: n-tv.de