Ratgeber

Schöner ScherenNass, trocken oder beides?

12.03.2009, 00:00 Uhr

Mehr als 7000 Stoppeln wachsen in einem durchschnittlichen Männergesicht - und zwar unaufhaltsam. Abbas Berjawi rückt dem Bartwuchs professionell zu Leibe. Für uns hat er drei verschiedene Rasierer- und Rasierarten getestet.

Mehr als 7000 Stoppeln wachsen in einem durchschnittlichen Männergesicht - und zwar unaufhaltsam. Abbas Berjawi rückt dem Bartwuchs täglich im Berliner "Herrensalon Samir" zu Leibe. Für uns hat der Bart-Experte drei verschiedene Rasierer- und Rasierarten getestet.

Aufgepeppter Klassiker: Gillette Fusion Power

Drei junge Männer stellen ihre Bärte für unseren Test zur Verfügung. Der erste ist Gabriel. Seine Haut ist an billige Einwegrasierer gewöhnt, heute setzt Abbas Berjawi den Gillette Fusion Power an. Doch zuerst muss der Bart eingeschäumt werden, Abbas benutzt dazu ganz normale Rasiercreme und warmes Wasser, das macht die Haare weicher und die Haut nach der Rasur geschmeidig. Der Gillette-Rasierer ist kein gewöhnlicher Nassrasierer: Er hat eine Batterie und beginnt bei Knopfdruck zu vibrieren. Das soll für mehr Gründlichkeit bei der Rasur sorgen.

Strich für Strich rasiert Abbas die verschiedenen Stellen des Bartes. Und hat dabei ein Problem. Denn die insgesamt fünf Klingen des Rasierers liegen zu dicht aneinander, manche Haare sträuben sich hartnäckig. Besonders im Halsbereich hat Abbas zu kämpfen: "Eigentlich müsste ich hier gegen die Wuchsrichtung rasieren. Das könnte blutig werden."

Am Ende kann Abbas dann aber doch ein unverwundetes Männergesicht eincremen. Der Friseur benutzt kein Aftershave, das könnte die Haut reizen. Gabriel ist mit dem Ergebnis ganz zufrieden: "Es gibt kein Blut. Das ist immer gut. Der Vibrationseffekt ist aber Quatsch. Vielleicht vibriert es in der Hand - aber nicht im Gesicht."

Fazit: Für die Handhabung vergibt der Experte zwei von drei Punkten. Genauso für die Gründlichkeit der Rasur. Zwölf Minuten Rasierdauer sind aber ziemlich lange. Deshalb hierfür nur ein Punkt.

Trockentrimmer: Braun 790CC

Als nächstes geht der Trockenrasierer von Braun an den Bart. Bei Sabam ist der schon ziemlich lang - ein echter Härtetest. Der Trockenrasierer tut sich schwer. An den Wangen bekommt er die langen Haare noch einigermaßen in den Griff, aber am Hals hat er echte Probleme. Immer und immer wieder muss Abbas Berjawi dieselben Stellen bearbeiten. Das reizt die Haut, das fühlt auch unser Tester: "Die Haare am Hals sind lang, das ziept ziemlich." Obwohl unser Experte nicht aufgibt, bleibt das Ergebnis durchwachsen. Den sauberen Stellen auf den Wangen stehen weiterhin lange Stoppeln am Hals gegenüber.

In Sachen Handhabung vergibt der Experte zwei von drei Punkten. Beim Ergebnis gibt es aber nur einen. Dafür ist der Trockenrasierer mit sechs Minuten Rasierdauer schnell und bekommt wenigstens dafür drei Punkte.

Der Kombinierer: Philipps HS 8000

Zuletzt testet Abbas den Nass-Trocken-Rasierer von Philipps am Bart von Fabian. Der schwört ansonsten auf gründliche Nassrasur. Beim Philipps HS8000 wird die Trockenrasur per Knopfdruck durch ein Gel unterstützt. Das soll den Rasierer schonender über die Wangen gleiten lassen. Den Experten freut's: "Durch das Gel gleitet der Rasierer gut. Außerdem können die Haare so schön einweichen", so Abbas. Und auch Fabian ist positiv überrascht: "Es zupft so gut wie gar nicht. Ist viel angenehmer als sonst ein elektrischer Rasierer."

Mit diesem Ergebnis landet der Nass-Trockenrasierer auf Platz eins unseres Tests. Für Handhabung und Gründlichkeit gibt es je drei Punkte. Und acht Minuten Rasierdauer fallen nicht aus dem Rahmen, hierfür sind zwei Punkte drin.

Zum Abschluss bekommt der gebeutelte Sabam noch eine echte orientalische Rasur von Abbas, um die verbliebenen Haare zu entfernen. Und dazu gehören nicht nur warmer Rasierschaum und ein scharfes Rasiermesser. Mit einem Bindfaden werden kleine Haare zwischen den Augenbrauen gezupft. Zum Schluss werden mit einer Flamme winzige Härchen an den Ohren entfernt. Das kann kein moderner Rasierer.