Ratgeber

Falscher Name im Fahrzeugbrief Neuwagen ist nicht mehr neu

Jeder Vorbesitzer im Fahrzeugbrief führt zu Wertverlust. Auch dann, wenn derjenige nie wirklich im Auto saß. Aber was, wenn dem Händler bei der Erstzulassung ein Fehler unterläuft?

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Wenn der Händler bei der Zulassung schlampt, wird es für ihn teuer.

Auch wenn ein Auto keinen Meter bewegt wurde: Wenn ein Vorbesitzer in den Fahrzeugschein eingetragen ist, dann  kann der Wagen nicht mehr ohne Weiteres als "fabrikneu" verkauft werden. Das hat das Amtsgericht München klargestellt. Eine versehentliche Erstzulassung auf eine andere Person sei ein Mangel, fand das Gericht (Az.: 242 C 17305/14).

Eine Frau hatte bei einem Händler in Bayern einen Peugeot 207 bestellt. Dabei hatte ihr der Händler rund 2000 Euro Rabatt eingeräumt. Inklusive Zulassung und Überführung sollte sie knapp 16.000 Euro bezahlen. Das Fahrzeug wurde zugelassen, bevor es die Frau zu Gesicht bekam - allerdings nicht auf ihren Namen, sondern auf den einer unbekannten Dritten. Bei der Übergabe schloss die Frau mit dem Händler einen Leasingvertrag und dabei wurde sie auch in den Fahrzeugschein eingetragen.

Dass sie nicht die erste Eigentümerin des Wagens war, fiel der Frau erst drei Jahre später auf. Der Leasingvertrag lief aus und sie wollte den Peugeot wie vereinbart kaufen. Als sie den Kfz-Brief bei der Niederlassung abholte, stellte sie fest, dass darin noch eine weitere Person eingetragen war. Das sei wertmindernd, fand die Käuferin und forderte mindestens 2000 Euro Erstattung. Beim Händler biss sie damit aber erstmal auf Granit.

Das Amtsgericht München gab ihr nun Recht. Die Frau habe ein fabrikneues Auto kaufen wollen, der Wagen sei aber nicht mehr fabrikneu gewesen. Nach Vertragsschluss und ohne ihre Kenntnis habe der Händler das Fahrzeug auf eine andere Person zugelassen. Damit sei das Fahrzeug mangelhaft. Der Händler verwies auf den bereits eingeräumten Rabatt, aber das ließ das Gericht nicht gelten. Der Nachlass stehe schließlich nicht in Zusammenhang mit der Fehlzulassung. Die Käuferin bekommt nun rund 3150 Euro Schadensersatz. Diesen Wertverlust hatte ein Sachverständigengutachten ergeben.

Grundsätzlich können auch Autos mit Tageszulassung als Neuwagen verkauft werden – sofern der Kunde weiß, worauf er sich einlässt. Schon im Jahr 2005 hat der Bundesgerichtshof definiert, unter welchen Bedingungen das möglich ist (Az.: VIII ZR 109/04). Das Fahrzeug darf nicht länger als zwölf Monate beim Händler gestanden haben und es muss sich um ein aktuelles Modell handeln. Außerdem muss der Tachostand bei Null sein. Vor diesem Richterspruch galten Tageszulassungen automatisch als Gebrauchtwagen.

Quelle: ntv.de, ino