KundenkartenRabatt und Nutzen meist gering
In Deutschland gibt es mehr Kundenkarten als Einwohner. Jeder Deutsche hat im Schnitt vier im Portemonnaie. Bringen tun sie allerdings eher wenig.
Es gibt mehr von ihnen als Deutschland Einwohner hat: Kundenkarten. Um Konsumenten dauerhaft an sich zu binden, bietet inzwischen fast jede Kette diese so genannten Rabatt- und Bonuskarten an. Jeder Deutsche hat im Schnitt vier von ihnen im Portemonnaie. Dabei ist der Nutzen gar nicht so groß.
Sage und schreibe 4,8 Millionen Haushalte in Deutschland besitzen die "Ikea-Family-Card". Dabei bringt sie dem Kunden nur kaum finanzielle Vorteile. Ebenso wenig wie die meisten anderen Kundenkarten. Stiftung Warentest hat 23 kostenlose Kundenkarten, Rabatt- und Bonusprogramme untersucht.
Das Ergebnis ist ernüchternd. Die maximale Ersparnis beträgt drei Prozent. "Möglicherweise bekommt man bei einem Händler ohne Kundenkarte dieses bestimmte Produkt sowieso billiger", meint Kerstin Backofen von Stiftung Warentest.
Kunden, die mehr als drei Prozent Rabatt gewährt bekommen wollen, müssen einen hohen Mindestumsatz erreichen. In der Regel summieren sich die mageren Rabatte nur bei Programmen zu einem nennenswerten Betrag, in denen sich mehrere Partner zusammengeschlossen haben. Bei den meisten anderen müssen die Kunden auch noch vorsichtig sein.
Preisgabe persönlicher Daten
Die Nachteile der Kundenkarten sind, dass man sehr viele Daten von sich Preis gibt, weil in der Regel die Unternehmen die Kaufdaten aufnehmen. Viele sagen auch nicht deutlich, was sie mit diesen Daten weiter machen.
Wer sorglos mit seinen persönlichen Daten umgeht und eifrig die Anträge für Kundenkarten ausfüllt, kann schnell von einer Werbeflut überrollt werden.
Zunächst einmal sollte man beim Ausfüllen eines Kartenantrags schauen, ob klar und deutlich formuliert ist, was mit den erhobenen Daten eigentlich passiert. Von Kundenkarten, bei denen der Datenschutz nicht gewährleistet ist, sollten man die Finger lassen.