"Rüpelhaft und unmöglich"Russen kein Reisemangel
Was waren das noch für Zeiten, als man den Handtuchkrieg am Strand mit den höflichen Briten ausfechten durfte. Heute haben Pauschalreisende einen viel schlimmeren Gegner ausgemacht: den unmöglichen Russen.
Lange waren die Fronten im Handtuchkrieg klar: Deutsche und Briten balgten sich allmorgendlich um die besten Plätze am Strand, noch bevor sie die Auseinandersetzung am Frühstücksbuffet weiterführten. Manch ein Pauschalurlauber mag sich sehnsuchtsvoll an diese Zeiten erinnern. Denn seit einigen Jahren ist ein weiterer Gegner am Urlaubsort aufgetaucht: Der Russe. Und der weiß sich in den Augen vieler Reisender weniger zu benehmen als der Brite, dem man ja gemeinhin eine angeborene Höflichkeit nachsagt.
Als "rüpelhaft" und "unmöglich" beschrieb ein deutscher Pauschalreisender das Benehmen der zahlreichen russischen Gäste, mit denen er sich sein Hotel teilen musste. Weil ihm die Russen den Türkeiurlaub vergrätzten, forderte er einen Teil des Reisepreises zurück – erfolglos.
Die Richter des Landgerichts Düsseldorf fanden: "rüpelhaft" und "unmöglich" seien lediglich subjektive Werturteile ohne Tatsachenkern. Russen sind kein Reisemangel, auch wenn ihr Anteil unter den Hotelgästen 80 Prozent ausmacht. Mit Gästen anderer Nationalitäten müsse ein Reisender grundsätzlich rechnen, so das Gericht. Bei einem zweiwöchigen All-inclusive-Urlaub für 589 Euro müsse man zudem erhebliche Abstriche bei Komfort und Hygiene machen. (Az.: 22 S 93/09)