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Zahnversicherungen ab 13 Euro Sehr guter Schutz kann günstig sein

Zahnersatz geht richtig ins Geld, vor allem wenn man sich nicht mit der einfachsten Variante zufrieden gibt. Gut, dass es inzwischen eine Menge wirklich brauchbarer Zahnzusatzversicherungen gibt. Und die müssen nicht mal teuer sein.

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Die Kasse zahlt nur 50 bis 65 Prozent Festzuschuss zum einfachsten Zahnersatz. Eine Zusatzversicherung übernimmt den Rest.

(Foto: imago stock&people)

Jeder achte Erwachsene in Deutschland hat Zahnlücken im Mund. Manche der Betroffenen meiden den Zahnarzt aus Angst, manche fürchten, dass sie sich die Behandlung nicht leisten können. Zwar gibt es einen Zuschuss von der gesetzlichen Krankenversicherung, einen Teil der Koste n muss man aber selbst tragen. Zudem übernimmt die Kasse nur das Nötigste, also die Regelversorgung. Wer besseren Zahnersatz will, zahlt oft 80 Prozent der Kosten aus eigener Tasche. Eine Zahnzusatzversicherung kann da hilfreich sein. Dass man für brauchbare Policen kein Vermögen ausgeben muss, hat die Stiftung Warentest festgestellt. Schon ab 13 Euro im Monat könne  man sich "sehr gute" Leistungen sichern.

189 Tarife aller auf dem deutschen Markt tätigen Krankenversicherer wurden für die aktuelle "Finanztest"-Ausgabe untersucht. Dabei kam es ausschließlich auf die Leistungen für Zahnersatz an, andere Angebote wie Kieferorthopädie oder Zahnreinigung spielten bei der Bewertung keine Rolle. Das Fazit der Tester ist positiv: Die Zahl der "sehr guten" Angebote habe stark zugenommen, immerhin 55 der 189 Tarife schnitten mit der Bestnote ab. Auch bei teurem Zahnersatz wie Inlays oder Implantaten übernehmen die besten Krankenversicherer einschließlich Krankenkassenzuschuss zwischen 80 und 95 Prozent der Rechnung.

Das günstigste mit "sehr gut" bewertete Angebot kam von der Inter mit ihrem Z90-Tarif. Gerade mal 13 Euro Monatsbeitrag zahlt der 43-jährige Beispielkunde. Extraleistungen wie Knirscherschienen oder Paradontosebehandlungen sind hier zwar nicht inklusive, doch in Sachen Zahnersatz ist man gut abgesichert. Der umfassendste Schutz kommt von der DFV. Für deren Zahnschutz Exklusiv-Tarif reichte die Note 1,0 nicht aus, stattdessen gab es eine 0,5. Mit 42 Euro im Monat muss der Musterkunde hier aber auch ein wenig tiefer in die Tasche greifen. Die meisten anderen Angebote mit sehr gutem Leistungsspektrum liegen preislich zwischen 25 und 40 Euro.

Je älter desto teurer

Bei diesem Einstiegspreis bleibt es allerdings nicht, denn die meisten Tarife laufen nach Art der Schadensversicherung. Das heißt, dass mit dem Alter der Kunden auch die Prämien steigen. Eine Alternative sind Tarife nach Art der Lebensversicherung. Auch hier zählt das Eintrittsalter, allerdings darf der Versicherer die Prämien später nur anheben, wenn sich die Kosten im Gesundheitswesen erhöhen. Die Auswahl ist nicht ganz so groß, sehr gute Angebote gibt es aber auch hier, etwa von der Allianz oder HanseMerkur.

Wer schon eine Zahnzusatzversicherung hat, stellt beim Blick auf den gewachsenen Markt womöglich fest, dass er woanders deutlich günstiger dran wäre. Einfach kündigen ist aber nicht die beste Idee. Denn auch wenn Neukunden gern gesehen sind, müssen sie zunächst mit Wartezeiten leben, bevor sie den vollen Schutz genießen. In den ersten acht Monaten gibt er grundsätzlich keinen Zahnersatz und bei vielen Versicherern sind die Leistungen auch noch in den ersten drei bis fünf Jahren eingeschränkt. Für diejenigen, die bereits versichert sind, ist es manchmal cleverer, nur den Tarif zu wechseln, nicht aber das Unternehmen. Dann bleiben alle bisher erworbenen Ansprüche erhalten und man fängt nicht bei Null an.

Neuer Tarif statt neue Versicherung

All jene, die noch nicht versichert sind, warten mit ihrer Entscheidung besser nicht bis zu den ersten Zahnschmerzen. Denn für Zahnprobleme, die schon vor Vertragsschluss bekannt waren, zahlt die Versicherung nicht. Da muss noch kein Heil- und Kostenplan geschrieben sein, es reicht schon, wenn der Zahnarzt angekündigt hat, dass ein Zahn demnächst ersetzt werden sollte.

Wie viel eine gute Zahnzusatzversicherung im Ernstfall bringt, zeigt das folgende Rechenbeispiel: Ein Patient möchte einen fehlenden Backenzahn durch ein Implantat ersetzen. Die Krankenkasse zahlt nur den Festzuschuss für eine Brücke ohne Verblendung. Hat der Versicherte die letzten zehn Jahre Stempel im Bonusheft gesammelt, kann er mit 416 Euro von der Kasse rechnen. Weil der Zahnarzt beim Implantat nach der privatärztlichen Gebührenordnung abrechnet und auch die Materialkosten teuer sind, beläuft sich die Gesamtrechnung auf rund 3300 Euro. Unversichert müsste der Kassenpatient also 2884 Euro selbst tragen. Eine sehr gute Zahnzusatzversicherung übernimmt bis zu 2596 Euro. "Ausreichend" bewertete Tarife zahlen zum Teil nur 416 Euro oder weniger.  Das fällt eher unter die Kategorie "Tropfen auf dem heißen Stein".

Manchmal können günstige Versicherungen mit abgespeckten Leistungen aber trotzdem eine brauchbare Lösung sein. Wer nicht mehr als zehn Euro im Monat entbehren möchte, kann sich so wenigstens den Eigenanteil bei der Regelversorgung sparen. Müssen mehrere Zähne behandelt werden, kommen auch bei der Billig-Lösung schnell mehrere hundert Euro zusammen. Kassenmitglieder, die mit weniger als 1000 Euro im Monat leben müssen, geben besser kein Geld für eine Zahnzusatzversicherung aus. Bei Härtefällen lassen die Krankenkassen nämlich mit sich reden und erhöhen den Zuschuss.

Zahnzusatzversicherung: Hier vergleichen

Quelle: n-tv.de, ino

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