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Drucker lange nicht benutzt So teuer ist der Tintenschwund

Der Drucker verlangt nach neuen Patronen, obwohl er mit den alten kaum 150 Seiten gedruckt hat? Wahrscheinlich ist genau dies das Problem. Je seltener das Gerät im Einsatz ist, desto mehr Tinte geht für's Reinigen drauf.

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Ein paar Anschreiben, Verträge, Tickets oder die Steuererklärung – in Privathaushalten sind Drucker meistens nur sporadisch im Einsatz. Umso ärgerlicher, wenn das Gerät dann schon nach wenigen Monaten nach neuen Patronen verlangt. Was nicht jedem klar ist: Tintenstrahldrucker verbrauchen auch dann Tinte, wenn sie nicht drucken. Manche sogar richtig viel. Innerhalb von sechs Wochen fressen einige Modelle ohne zu drucken Originaltinte im Wert von acht oder sogar zehn Euro, wie die Stiftung Warentest herausgefunden hat.

Wo ist die Tinte hin? Ein kleiner Teil geht durch Verdunsten verloren. Das größte Problem ist aber der Druckkopf. Wird ein Tintenstrahldrucker längere Zeit nicht benutzt, verschmutzt der Druckkopf durch trockene Tinte, Staub und Papierfasern. Deshalb spült er sich von Zeit zu Zeit selbst – mit Tinte, und das macht die Sache teuer. Den Reinigungsmodus erkennt man daran, dass das Gerät erstmal eine Weile rappelt und rumort, bevor es den Druckvorgang startet. Die Druckkopfreinigung kann man selbst aktivieren, doch das ist nur selten nötig. In der Regel führen die Drucker die Reinigungszyklen automatisch durch. Manche Modelle sind auch so programmiert, dass sie jedesmal eine Großreinigung durchführen, wenn sie vom Netz getrennt wurden und danach neu starten.

10 Euro in sechs Wochen

Die Warentester haben nun geprüft, wie sich die Reinigung auswirkt: 15 aktuelle Druckermodelle ließen sie sechs Wochen lang keine Seite drucken. Stattdessen standen die Geräte nur herum und wurden pro Woche einmal ein- und wieder ausgeschaltet. Am Ende ermittelten die Prüfer dann die Kosten für den Tintenverbrauch. Bei einigen Geräten kam schon das Einsetzen der Patrone teuer. Der ohnehin schon recht verschwenderische Canon Maxify MB2350 pustete schon beim Start Tinte im Wert von vier Euro durch den Druckkopf. Am Ende des Testzeitraums lagen die Kosten bei satten zehn Euro – ohne dass dabei überhaupt eine Seite gedruckt worden wäre. Auch die übrigen Maxify-Canons im Test reinigten sehr teuer. Der Epson Expression Premium XP-652 lag mit 7,50 Euro auf Platz vier der Tintenschlucker-Skala. Dass es auch günstiger geht, zeigen unter anderem der Canon Pixma MG6650 und der Epson Ecotank L355. Beide verspülten bis zum Ende der sechs Wochen gerade mal Tinte im Wert von 20 bzw. 30 Cent.

Der Tintenverbrauch beim Einsetzen und bei der Reinigung ist auch der Grund, wieso Herstellerangaben zur Seitenreichweite nur mit Vorsicht zu genießen sind. Schon durch eine Druckkopfspülung können im Extremfall deutlich über 20 Seiten verloren gehen. Wer eher selten druckt, ist mit einem Laserdrucker meistens besser beraten. Er kann wochenlang ungenutzt herumstehen, ohne dass dabei Toner verloren geht. Wer trotzdem auf Tintenstrahldrucker setzt, schaltet das Gerät besser nicht komplett aus, sondern belässt es im Standby-Modus. Zumindest bei Druckern, bei denen es nach jedem Neustart zu einer Druckkopfspülung kommt, ist die Tinte normalerweise teurer als die Stromkosten.

Etwas weniger schmerzhaft ist der hohe Tintenverbrauch, wenn man keine Originaltinte verwendet, sondern die Patronen von Fremdherstellern. Zumindest bei Druckern von Brother und Epson kann man hier deutlich sparen, ohne größere Abstriche bei der Qualität machen zu müssen, so das Fazit der Stiftung Warentest bei einem Test vor einem Jahr.

Quelle: n-tv.de, ino

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