Ratgeber

Geld retten Steuervorteil bei Abfindungen sichern

Eine Kündigung ist hart. Eine Abfindung vom Chef tröstet die entlassenen Arbeitnehmer zumindest ein bisschen. Bis sich das Finanzamt meldet. Denn die Abfindung muss versteuert werden. Doch die Steuerlast kann verringert werden.

Über eine Abfindung freut sich nicht nur der Arbeitnehmer, sondern auch das Finanzamt. Foto: Jens Schierenbeck

Über eine Abfindung freut sich nicht nur der Arbeitnehmer, sondern auch das Finanzamt.

(Foto: dpa)

Eine Abfindung kann den Abschiedsschmerz vom alten Arbeitsplatz bisweilen etwas lindern und für die Zeit, bis ein neuer Job gefunden ist, zur Überbrückung helfen. Doch natürlich unterliegt auch die Abfindung der Steuerpflicht. Damit das Finanzamt nicht allzusehr am Trostpflaster knabbert, sollten gekündigte Arbeitnehmer bei der Auszahlung einiges beachten. Denn unter bestimmten Voraussetzungen können Abfindungen nur ermäßigt versteuert werden.

Wird die Entschädigung zusammengeballt in einem Kalenderjahr gezahlt, gilt eine ermäßigte Besteuerung. Unter Umständen kann aber auch bei Teilzahlungen die günstigere Steuerregel angewandt werden, wie der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen erklärt. Ein aktuelles Verwaltungsschreiben des Bundesfinanzministeriums gibt betroffenen Steuerzahlern jetzt mehr Spielraum.

Demnach gilt die Steuerbegünstigung auch, wenn eine geringe Teilzahlung in einem anderen Kalenderjahr erfolgt. Diese Teilzahlung darf nach neuer Verwaltungsauffassung maximal zehn Prozent der Hauptleistung betragen, ohne dass die Begünstigung gefährdet würde. Damit folgt die Finanzverwaltung einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 13. Oktober 2015 (Az.: IX R 46/14).

Der Bundesfinanzhof stellte klar, dass die Ermäßigung auch dann anzuwenden ist, wenn sich die beiden Teilbeträge im Verhältnis zueinander eindeutig als Haupt- und Nebenleistung darstellen und die Nebenleistung geringfügig ist. Im konkreten Fall belief sich die Teilzahlung auf knapp zehn Prozent der Hauptleistung. Bisher zog die Finanzverwaltung bereits bei fünf Prozent der Hauptleistung einen Schlussstrich und verweigerte bei größeren Ratenbeträgen die günstigere Steuervorschrift. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind mit der neuen Zehn-Prozent-Grenze nun etwas flexibler, wenn es um die Auszahlung der Abfindung in zwei Teilbeträgen geht.

Erhalten Gekündigte hingegen die Abfindung über mehrere Jahre verteilt, können sie nicht unbedingt auf eine günstigere Besteuerung hoffen.

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Quelle: ntv.de, awi

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