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Finanztest warnt Vorsicht vor unseriösen Genossenschaften

Kräne stehen auf einer Baustelle für Wohnhäuser. Foto: Christian Charisius/Archiv

Genossenschaftsbeteiligungen - vor allem an Wohnungen - sind derzeit sehr gefragt.

(Foto: Christian Charisius/dpa)

Immobilien teuer, Mieten hoch, Zinsen niedrig - Genossenschaftsanteile können die Lösung für Anleger und Mieter sein. Allerdings nur, wenn Interessierte bei der Auswahl auf seriöse Anbieter achten. Denn mit der guten Idee möchten auch schwarze Schafe abkassieren.

Die Stiftung Warentest warnt vor dubiosen Geschäftemachern, die das gute Image von Genossenschaften ausnutzen. Sie nutzen laxe Vorschriften im Genossenschaftsgesetz aus und locken Interessierte mit hohen Renditeversprechen, berichtete die Zeitschrift "Finanztest" in ihrer jüngsten Ausgabe. Mitglieder könnten im Extremfall ihren gesamten Einsatz verlieren.

Als reine Kapital­anlagen eignen sich Genossen­schafts­anteile meist nicht. Einige unseriöse Anbieter werben aber mit hohen Renditen. Sie miss­brauchen die gute Idee, gemein­sam mit anderen­ wirtschaftliche, soziale oder kulturelle Projekte zum Vorteil der Mitglieder zu fördern. Manche locken mit dubiosen Mitteln, andere fördern vor allem ihre Führungs­riege auf Kosten der Mitglieder.

Die meisten Angebote seien seriös, betonte "Finanztest". Die Zeitschrift verwies aber auf die Warnliste der Stiftung Warentest mit Genossenschaften, über die sie kritisch berichtet hatte. Darunter sind etwa die Wohnungsbaugenossenschaft Protectum Moderne sowie die DWG Deutsche Wohnbaugenossenschaft. Auch die Altersvorsorgegenossenschaft aus Potsdam, die Genogen, die Genotrust und die Inco Genossenschaft aus Duisburg zählen dazu. Insgesamt sind es über 60 Einträge.

"Finanztest" veröffentlichte außerdem eine Checkliste mit typischen Merkmalen, die auf dubiose Geschäftemacher hinweisen können. Vorsicht ist demnach etwa geboten, wenn eine Genossenschaft mit hohen Renditen, vermögenswirksamen Leistungen oder Wohnungsbauprämien wirbt.

Ein Callcenter oder externe Vertriebe sollten demnach ebenso misstrauisch machen wie ein nur schwammig beschriebener Geschäftszweck, bei dem nicht klar ist, wo das Kapital der Genossenschaft investiert wird. Wenn die Mitgliedsbeiträge bei Wohnungsbaugenossenschaften in Hotels, Einkaufszentren oder Immobilienfonds investiert werden statt in Immobilien, in denen die Mitglieder wohnen können, könne dies ebenfalls ein Zeichen für mangelnde Seriosität sein.

Quelle: n-tv.de, awi/AFP

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