Ratgeber

Kaputte Elektrogeräte Wann lohnt die Reparatur?

imago74639752h.jpg

Bei Waschmaschinen können Ersatzteile richtig teuer sein.

(Foto: imago/blickwinkel)

Kaffeeautomaten gehen im Schnitt nach fünf Jahren kaputt, Staubsauger und Waschmaschinen halten bis zum ersten Defekt acht Jahre durch. Dann stellt sich die Frage: Reparieren oder neu kaufen? Die Stiftung Warentest hat Antworten.

Die Waschmaschine ist gerade mal vier Jahre alt, da gibt sie ihren Geist auf. Die Besitzer sind ratlos. Das Modell war nicht allzu teuer, lohnt sich da die Reparatur überhaupt? Aus finanzieller Sicht wahrscheinlich nicht, aus ökologischer schon, sagt die Stiftung Warentest. In ihrem Titelthema widmet sich die Zeitschrift "Test" diesmal dem Thema Geräteverschleiß. Exemplarisch haben die Tester die Öko- und Kostenbilanzen für Staubsauger, Waschmaschinen und Kaffeevollautomaten erstellt.

Dafür befragten sie Leser, Mitarbeiter von Werkstätten und Bastler aus Reparaturcafés, recherchierten bei Herstellern und ermittelten Preise und Verfügbarkeit gängiger Ersatzteile. Schließlich prüften sie die Reparaturdienste der Hersteller. Bei denen hätten sie bisweilen viel Geld für wenig Leistung bezahlt, so die Tester. Bei den präparierten Waschmaschinen etwa hätten die Monteure nur selten den Fehler gefunden. Und manchmal habe sich der Kundendienst nicht einmal die Mühe gemacht, das Gerät überhaupt anzusehen, sondern gleich zum Neukauf geraten.

Reparatur ist immer ökologischer

Ökologisch ist das natürlich ein Desaster. Instandsetzung ist – zumindest bei Waschmaschinen und Kaffeeautomaten - immer die umweltfreundlichere Variante, denn die Herstellung ist sehr ressourcenintensiv. Bei Staubsaugern sieht die Sache anders aus. Hier ist vor allem der Stromverbrauch entscheidend. Bei sparsamen Geräten, die nicht mehr als 100 Watt verbrauchen, kann die Reparatur finanziell und auch ökologisch sinnvoll sein. Ansonsten raten die Warentester zum Neukauf, wenn die Reparaturkosten höher sind als die Hälfte des Kaufpreises.

Bei älteren Staubsaugern lohnt es sich laut Warentest aber auch oft, selbst Hand anzulegen. Staubsauger sind technisch nicht besonders kompliziert. Typische Probleme wie gerissene Schläuche oder wechselbedürftige Filter kann jeder selbst beheben, Ersatzteile sind günstig. Im Netz findet man zudem eine Fülle von Erklär-Seiten für Fehlersuche und Reparaturen, günstige Hilfe gibt es meist auch in Repaircafés, in denen ehrenamtliche Mitarbeiter ihr Fachwissen weitergeben.

Eine kaputte Waschmaschine bekommt man natürlich kaum ins Repaircafé manövriert. Manchmal findet man den Fehler selbst, auch hier können Portale wie Waschmaschinendoktor Hinweise geben. Bei Defekten an der Elektronik hilft allerdings nur der Fachmann weiter. Ob sich das lohnt, hängt vom Alter der Maschine ab. Ist sie jünger als fünf Jahre, könne man noch die Hälfte des Kaufpreises investieren, ab zehn Jahren sollte es höchstens noch ein Fünftel sein, empfiehlt Warentest als Faustregel. Ab diesem Alter ließen sich mit einer Reparatur im Schnitt nur noch drei Jahre herausholen.

Günstige Ersatzteile gibt's bei Drittanbietern

Wie teuer die Sache wird, hängt auch von den Ersatzteilen ab. Hier variieren die Preise der einzelnen Hersteller stark. Eine Miele-Platine kostet fast 440 Euro, eine von Bauknecht gerade mal 125 Euro. Aber immerhin waren die gängigen Bauteile bei allen Herstellern für ein zehn Jahre altes Modell noch lieferbar. Das galt übrigens auch für die untersuchten Staubsaugermodelle. Teile, die nur eine Fachwerkstatt einbauen sollte, werden an Privatpersonen aber normalerweise nicht verkauft.

Bei Kaffeemaschinen lohnt sich eine Recherche bei Drittanbietern. Oft stießen die Warentester auf große Preisunterschiede zwischen Original-Ersatzteilen und denen von Fremdherstellern. Beim untersuchten AEG-Modell etwa war die Originalpumpe mit mehr als 180 Euro gut neunmal so teuer wie der Nachbau, den man online bekommt. Die hohen Preise begründen die Hersteller unter anderem mit Kleinstmengenproduktionen, Lagerhaltung und Qualitätsprüfungen. Dass Reparaturen so teuer sind, liege aber vor allem an den höheren Lohnkosten. Auch bei Kaffeeautomaten ist die Reparatur eine Frage des Alters. Nach bis zu vier Nutzungsjahren könne man noch die Hälfte des Kaufpreises hinlegen, ab dem siebten Jahr nur noch höchstens 20 Prozent, rät Warentest. Kaputt gehen die Vollautomaten übrigens im Schnitt nach fünf Jahren.  

Quelle: n-tv.de, ino

Mehr zum Thema