Ratgeber

Jahrelang ohne Auto Wann verfällt die Schadenfreiheitsklasse?

Ein eigenes Auto ist teuer. Und zumindest in Großstädten gibt es oft auch überzeugende Alternativen. Aber was, wenn man sich nach einigen autofreien Jahren wieder einen Wagen zulegt? Muss man in der Versicherung dann wieder ganz von vorne anfangen?

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(Foto: imago/Westend61)

Aller Anfang ist teuer, zumindest in der Kfz-Versicherung. Einsteiger werden bestenfalls in Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) ½ eingestuft, danach bringt jedes Jahr ohne gemeldeten Schaden zusätzlichen Rabatt. Aber wie lange bleibt die erreichte Rabattstufe eigentlich erhalten, wenn man sein Auto zwischenzeitlich abmeldet? Und erkennt auch eine neue Versicherung die SF-Klasse an, die man vor Jahren mal bei einem anderen Anbieter erreicht hat?

So viel vorweg: Eine gesetzliche Regelung dazu gibt es nicht und die Versicherer haben auch keine einheitliche Antwort auf diese Frage. Früher war es in der Branche üblich, Rabatte sieben Jahre lang zu konservieren. Bei einer längeren Unterbrechung musste man dann wieder bei Null anfangen. Inzwischen sind viele Versicherungen großzügiger und erkennen auch Pausen von zehn Jahren oder noch länger an. Wie lange genau, das ist in den "Allgemeinen Kraftfahrbedingungen" festgelegt. Entscheidend ist dabei der Punkt: "Wie wirkt sich eine Unterbrechung des Versicherungsschutzes auf den Schadenverlauf aus?"

Hier ein Überblick über die Regelungen einiger Anbieter:

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(Foto: Finanztip.de, eigene Recherchen)

Liegt das letzte eigene Auto länger als sieben Jahre zurück, sollte man den neuen Versicherer also nicht nur nach dem Preis aussuchen, sondern auch danach, wie er die Rabattverjährung handhabt. "Unter Umständen kann es sinnvoll sein, sich zunächst bei einem etwas teureren Anbieter zu versichern, der die alte SF-Klasse wieder aufleben lässt", rät das Verbraucherportal "Finanztip". Nach einem Jahr könne man dann zu einem günstigeren Anbieter wechseln und die SF-Klasse mitnehmen. Alternativ lohnt es sich manchmal auch zu verhandeln, wenn die SF-Verfallsfrist eigentlich schon abgelaufen ist. Mitunter zeigen sich die Versicherer entgegenkommend.

Unterbrechungszeiten von weniger als sechs Monaten sind übrigens unproblematisch. Hier führen die Versicherungen den Rabattverlauf fort, als habe es gar keine Pause gegeben. Eine Autofahrerin mit SF-Klasse 12, die ihren Wagen im Oktober verkauft, wird also in SF-Klasse 13 eingestuft, wenn sie im darauffolgenden Februar ein neues Fahrzeug anmeldet. Kommt der neue Wagen erst im nächsten Mai, fährt sie in Klasse 12 weiter.  

Ob man nach der Pause zum bisherigen Anbieter zurückkehrt oder sich einen neuen sucht, spielt normalerweise keine Rolle. Die SF-Klasse bleibt schließlich auch bei einem regulären Versicherungswechsel erhalten. Wichtig ist aber, dass die alte Einstufung nachvollziehbar ist. Versicherer müssen die Daten ihrer ehemaligen Kunden zehn Jahre lang aufbewahren, alles darüber hinaus ist freiwillig. Auch wenn man nicht vorhat, in absehbarer Zeit wieder ein Auto anzuschaffen, sollte man die Vertragsunterlagen also nicht wegwerfen, damit man später einen Nachweis über die Vorversicherungszeit hat. Innerhalb der Zehn-Jahresfrist ist die Neuversicherung ohnehin kein Problem. Der neue Anbieter fragt die nötigen Daten dann einfach bei der Vorversicherung ab.

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Quelle: ntv.de, ino