Ratgeber

Schabenplage in der Mietwohnung Wer bezahlt den Kammerjäger?

Vermieter sind dazu verpflichtet, eine Wohnung frei von Ungeziefer zu vermieten. Doch was, wenn der Mieter die Schädlinge selbst einschleppt? Das Amtsgericht Frankfurt entscheidet.

Kakerlaken in der Wohnung: Der Vermieter wollte 3600 Euro für den Kampf gegen die Schabenplage erstattet bekommen - doch die Richter gaben dem Mieter Recht. Foto: Peter Kneffel

Kakerlaken in der Wohnung: Der Vermieter wollte 3600 Euro für den Kampf gegen die Schabenplage erstattet bekommen - doch die Richter gaben dem Mieter Recht.

(Foto: dpa)

Ist eine Wohnung von Schädlingen befallen, müssen Mieter nicht für den Kammerjäger zahlen. Das hat das Amtsge richt Frankfurt entschieden. Das Gericht wies die Klage eines Hauseigentümers gegen einen Mieter zurück. Der Vermieter wollte insgesamt knapp 3600 Euro Kosten für seinen Kampf gegen eine Schabenplage in seinem Haus erstattet haben.

Nach Überzeugung des Vermieters ist der Mieter für den Schabenbefall selbst verantwortlich. Er kaufe immer wieder Lebensmittel in "multikulturellen Kleinläden" und lagere diese nicht ordnungsgemäß verpackt. Außerdem habe der Mieter den Schädlingsbefall dem Vermieter nicht gemeldet.

Laut Urteil ist es Mietern aber grundsätzlich erlaubt, Lebensmittel in "multikulturellen Kleinläden" zu kaufen. Sie seien auch nicht verpflichtet, diese in ihrer Wohnung luftdicht zu verpacken. Zur ausgebliebenen Meldung an den Vermieter meinte der Richter, es sei nicht erwiesen, dass die Ausbreitung der Schaben bei einer zeitigen Nachricht des Mieters hätte verhindert werden können.

Grundsätzlich ist Schädlingsbekämpfung Sache des Vermieters, zumindest wenn es sich um einen einmaligen Einsatz handelt. Muss beispielsweise ein Wespennest beseitigt werden, zahlt das der Vermieter. Bei laufenden Ausgaben können die Kosten aber auf die Mieter umgelegt werden. Kommt der Kammerjäger beispielsweise regelmäßig um Rattenköder auszulegen, darf der Vermieter die Kosten umlegen.

Quelle: ntv.de, ino/dpa