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Frist für die Steuererklärung läuft ab Wer muss jetzt abgeben?

Jedes Jahr Ende Mai herrscht in den Finanzämtern Hochbetrieb. Millionen Bürger reichen auf den letzten Drücker ihre Steuererklärung ein, denn am 31. Mai endet die Abgabefrist. Doch die gilt längst nicht für jeden.

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Wer seine Steuererklärung per Elster abgibt, kann die Unterlagen auch ein paar Tage später nachreichen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wer jetzt noch keine Steuererklärung gemacht hat, sollte langsam in die Puschen kommen: Am Freitag endet die gesetzliche Abgabefrist, bis dahin sollte die Erklärung beim Finanzamt eintreffen. Jedenfalls dann, wenn man zur Abgabe verpflichtet ist. Nimmt man sich die Formulare erst am Wochenende vor, dürfte es aber auch keinen Ärger geben.

Wer die Steuererklärung freiwillig macht, braucht sich sowieso nicht zu beeilen. Dann bleiben vier Jahre Zeit, um sich zu viel gezahlte Steuern vom Fiskus zurückzuholen. Die Steuererklärung für 2012 kann man also bis zum 31.12.2016 abgeben – wenn man denn so lange auf sein Geld verzichten möchte. Dass es eine Rückzahlung gibt, ist wahrscheinlich. Zwar berücksichtigt das Finanzamt schon beim Lohnsteuerabzug 1000 Euro Werbungskosten, aber diese Pauschale ist schon dann überschritten, wenn man beispielsweise 15 Kilometer zur Arbeit pendelt. Außerdem können die meisten Arbeitnehmer darüber hinaus Sonderausgaben absetzen, etwa für die Krankenkasse und andere Versicherungen, für Handwerker oder Kinderbetreuung.

Ehepaare und Nebenjobber müssen sich beeilen

In den Fällen, in denen der Fiskus die Steuervorauszahlung nochmal überprüfen will, endet die Abgabefrist am 31. Mai. Dieser Termin gilt für Selbständige und Freiberufler, unter bestimmten Umständen aber auch für Arbeitnehmer. Das ist beispielsweise der Fall, ...

  • wenn Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte eingetragen sind. Solche Freibeträge sind etwa für die Kinderbetreuung, für erhöhte Werbungskosten oder für Verluste aus Vermietung möglich.
  • wenn man zusätzlich zum Arbeitslohn über 410 Euro eingenommen hat. Das können Einkünfte aus Vermietungen oder Kapitalanlagen sein, aber auch aus einem Zweitjob.
  • wenn man Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld oder Elterngeld bezogen hat.
  • wenn Ehepaare die Steuerklassen II/IV oder IV mit Faktor gewählt haben.

Verbindlich ist der 31. Mai aber auch nur, wenn man die Steuererklärung alleine macht. Beauftragt man einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein, verlängert sich die Frist automatisch bis zum 31. Dezember. Diese Regelung ermöglicht es den Steuerhelfern, die Arbeit gleichmäßig übers Jahr zu verteilen. Wer sich Steuerrat bei Freunden und Verwandten holt, kann aber nicht auf Verlängerung hoffen und auch Steuersoftware zählt nicht.

Was, wenn man sich verspätet?

Nun muss man nicht gleich mit Ärger rechnen, wenn man die Abgabefrist nicht taggenau einhalten kann. In den ersten Juniwochen sind die Finanzämter in der Regel gnädig, so schnell lassen sich die Steuererklärungen ohnehin nicht bearbeiten. Irgendwann kommt aber eine Mahnung ins Haus, in der nochmal eine Frist von vier bis sechs Wochen eingeräumt wird. Daran sollte man sich dann aber auch wirklich halten, ansonsten können die Finanzbeamten ein Zwangsgeld androhen und zusätzlich einen Verspätungszuschlag.

Will man es nicht dazu kommen lassen, kann man schriftlich Fristverlängerung beantragen – vorausgesetzt, man hat Gründe dafür. Das können beispielsweise Krankheit oder Dienstreisen sein, aber auch Arbeitsüberlastung oder fehlende Unterlagen. In den Antrag sollte man einen Termin nennen, bis zu dem die Steuererklärung fertig sein soll. Der Aufschub sollte allerdings verhältnismäßig sein - eine Grippeerkrankung etwa dürfte niemanden für sechs Monate von der Steuererklärung abhalten.

Ein Tipp: Am besten bittet man um eine "stillschweigende Fristverlängerung". Wenn man dann nichts mehr vom Finanzamt hört, ist der Aufschub genehmigt.

Nachrechnen: Wie viel Netto bleibt vom Brutto?

Quelle: n-tv.de

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