Ratgeber

Falls es mit dem Jackpot klappt Wie viel bekommt das Finanzamt?

62 Millionen Euro warten im Eurojackpot auf einen Glückspilz. Die Wahrscheinlichkeit, die richtigen sieben Zahlen zu tippen, liegt bei 1:95 Millionen. Mal angenommen, man gewinnt: Was will der Fiskus davon haben?

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Wer einfach nur Glück hat, muss keine Steuern zahlen. Wer sich einen Gewinn erarbeitet, schon.

(Foto: imago/Schöning)

Hunderttausende Glücksspieler hoffen auf die richtigen Zahlen im Eurojackpot. Es müssen 5 aus 50 sowie 2 aus 10 Zahlen richtig getippt werden. Man braucht also schon ziemlich viel Glück, damit am Ende ein paar Millionen auf dem Konto landen. Die gute Nachricht: Das Geld darf man erstmal komplett behalten, der Fiskus bleibt außen vor.

Das Finanzamt kann Einnahmen aus Glücksspielen keiner besteuerbaren Einkommensart zuweisen, erklärt die Bundessteuerberaterkammer. Das gilt sowohl für Gewinne aus deutschen staatlichen Lotterien als auch für Einnahmen aus Renn- und Sportwetten. Ebenso ist es bei Einnahmen aus dem Eurojackpot, einer online spielbaren Mehrländerlotterie: Sie sind für Spieler, die in Deutschland wohnen, steuerfrei.

Aufpassen müssen Glückspilze allerdings, wenn das Geld auf ihrem Konto eintrifft und Zinsen abwirft. Dann unterliegen die Gewinne der Abgeltungssteuer von derzeit 25 Prozent. Die Bank zweigt die Steuer automatisch ab und leitet sie ans Finanzamt weiter. Liegt das Geld auf dem Girokonto, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt, aber gering. Die wenigsten Banken zahlen überhaupt Zinsen aufs Girokonto und wenn, dann gibt es selten mehr als 0,1 Prozent. Pro Millionen Euro sind das 1000 Euro im Jahr. 801 Euro bleiben steuerfrei, wenn man der Bank einen entsprechenden Freistellungsauftrag erteilt hat.

Wer Millionen gewinnt, wird das Geld aber wohl ohnehin nicht auf dem Girokonto herumliegen lassen. Auf guten Tagesgeldkonten sind derzeit noch ein Prozent Zinsen zu holen. Das gäbe dann schon 10.000 Euro Gewinn für jede Million auf dem Konto. Nach Steuern blieben davon noch 7500 Euro übrig.

Beim Poker ist die Lage unklar

Das alles gilt für Gewinne in Deutschland. Wer Angebote anderer ausländischer Lotterien nutzt, sollte sich vorher genau über die steuerrechtliche Lage im jeweiligen Land erkundigen. Denn hier gilt: Der Staat, in dem die Lotterie ansässig ist, kann die Steuern für die Gewinne festsetzen. Bei Glücksspielen im Internet kommt hinzu, dass der Anbieter über eine behördliche Erlaubnis zur Veranstaltung des Glücksspiels verfügen muss. Sollte das nicht der Fall sein, können die Einnahmen sogar beschlagnahmt und ein Bußgeld verhängt werden.

Wenn der Geldregen im unmittelbaren Zusammenhang mit der eigenen Arbeit steht, kann das Finanzamt den Gewinn einer der sieben Einkunftsarten zuweisen. Dann muss das Geld in aller Regel auch in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden. Das bezieht sich unter anderem auf künstlerische, wissenschaftliche oder journalistische Auszeichnungen, also beispielsweise auf Preisgelder für einen Architektenwettbewerb, einen Film- oder einen Literatur-Preis.

Offen ist bislang, wie mit Gewinnen aus Pokerspielen umgegangen wird. Bislang zählt Poker als Glücksspiel, die Gewinne bleiben also steuerfrei. Doch im letzten Jahr sahen das zwei Finanzgerichte anders und  stuften Poker als zu versteuerndes Gewerbe ein. Ein Pokerspiel werde schließlich nicht allein mit Glück gewonnen, sondern  mit den entsprechenden Fähigkeiten. Nun muss der Bundesfinanzhof entscheiden.   

Quelle: n-tv.de, ino/dpa