Ratgeber

Heilpraktiker, Zahnersatz, Brillen Zusatzpakete für Kassenpatienten

Die Krankenkassen zahlen längst nicht alles, was der Patient sich für sein Wohlergehen wünscht. Die alternative Medizin fällt fast immer unter den Tisch, die Brille muss man selbst bezahlen und auch in Sachen Zahnersatz sind die Leistungen sehr begrenzt.

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Akkupunktur-Behandlungen zahlen Krankenkassen nur selten.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Stiftung Warentest hat 143 Angebote unter die Lupe genommen, die einen Zuschuss zu Heilpraktikerbehandlungen anbieten. Nur die Gothaer und SDK bieten eine Versicherung allein für die Behandlung beim Heilpraktiker an. Bei allen anderen Versicherern ist die Heilpraktikerbehandlung Teil eines Zusatzversicherungspakets, das in der Regel Leistungen für Heilpraktiker, Zahnersatz, Brillen und weitere Bausteine beinhaltet.

Der Abschluss einer solchen Versicherung ist ein zweischneidiges Schwert. Wer nur gelegentlich mal zum Heilpraktiker geht, spart durch die Versicherung kein Geld sondern fährt besser, wenn er die Rechnung selbst zahlt, meinen die Tester. Wer jedoch schon regelmäßig beim Heilpraktiker behandelt wird, muss bei Abschluss der Versicherung Vorerkrankungen angeben. Wer hier nicht offen und ehrlich ist, muss später mit Konsequenzen rechnen. Der Versicherer darf in einem solchen Fall Leistungen verweigern und sogar bereits beglichene Leistungen vom Versicherten zurück verlangen.

Lieber direkt beim Versicherer

Eine Zusatzpolice kann sowohl direkt bei einem Versicherer als auch über die Krankenkasse abgeschlossen werden. Die Stiftung Warentest kommt allerdings zu dem Urteil, dass sich der Abschluss über die Krankenkasse in der Regel nicht lohnt. Außerdem sind die Ergänzungspakete in zwei Varianten erhältlich. In Variante eins steigt der Beitrag automatisch an, wenn der Kunde älter wird. Bei Variante zwei – zu der die meisten Tarife gehören – steigt der Beitrag nicht mit dem Lebensalter. Allerdings heißt dies nicht, dass der Beitrag für immer festgezurrt ist. Der Versicherer kann in beiden Fällen die Beiträge erhöhen, wenn die tatsächlichen Ausgaben dauerhaft höher als die Kalkulation sind. Dies muss aber von einem unabhängigen Treuhänder festgestellt werden.

Vor Vertragsabschluss sollte man sich zudem bewusst sein, dass man sich nicht noch schnell versichern kann, wenn der Arzt oder Heilpraktiker bereits eine Diagnose gestellt oder eine Behandlung empfohlen hat. Dies zählt bereits als Versicherungsfall. Die Kosten werden dann nicht übernommen. Außerdem gibt es meist eine Wartezeit von drei bis acht Monaten, bevor die Versicherung überhaupt zum ersten Mal zahlt.

Bester Tarif von CSS

Der leistungsstärkste Tarif kommt laut Stiftung Warentest von dem Schweizer Versicherer CSS (maxi). In einem Modellfall mit zwölf Akupunkturbehandlungen für 900 Euro würde die CSS 720 Euro erstatten. Allerdings beschränkt die CSS die Zahlung hierfür auf 800 Euro pro Jahr. Günstige Tarife für die Heilpraktikerbehandlung bieten noch MediNatura, die Gothaer und die SDK. Wer allerdings auf Heilpraktikerleistungen verzichtet und mehr Wert auf die Zahnzusatzversicherung legt, sollte laut Stiftung Warentest zu einer reinen Zahnzusatzpolice greifen.

Quelle: ntv.de, akl

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