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Mehr Leistung, kaum Kosten Die besten Kreditkarten ohne Kontobindung

Eine Visa-Kreditkarte liegt auf einer Computertastatur. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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Ob klassische Kreditkarte oder Prepaid-Angebot: Wer sucht, findet nach wie vor gute und günstige oder gar kostenlose Angebote. Welche Karten besonders zu empfehlen sind, zeigt eine Untersuchung der FMH-Finanzberatung.

Eine Kreditkarte ist heute kein Statussymbol mehr, sondern eine Selbstverständlichkeit. Das haben auch die Banken erkannt – und zum Teil kräftig an der Gebührenschraube gedreht. Wer zusammen mit dem Girokonto auch gleich eine Kreditkarte einkauft, zahlt für letztere bis zu 42 Euro pro Jahr. Im Schnitt verlangen Banken 23,50 Euro.

So unterschiedlich die Preise, so vielfältig sind auch die Leistungen, die die Banken anbieten. Längst nicht immer können Kunden zum Beispiel mit der Karte kostenlos Bargeld abheben – andere bieten diesen Service weltweit an. Auch die Zusatzangebote variieren erheblich: Bei einigen Banken profitieren Kunden etwa von einer kostenlosen Reiserücktrittsversicherung, andere locken mit Tankrabatten oder speziellen Vergünstigungen für Mitglieder von Amazon Prime.

Unterschiede gibt es zudem bei der Zahlungsweise. Während klassische Kreditkarten die bezahlten Gelder entweder monatlich vom Konto abbuchen oder in Raten zurückverlangen, erlauben Prepaid-Karten ihren Kunden grundsätzlich nur Einkäufe, die das selbstgewählte Finanzlimit nicht überschreiten. Doch welche Karten sind die besten?

Üppige Auswahl guter und sehr guter Gratis-Kreditkarten

Die FMH-Finanzberatung hat im Auftrag von ntv die günstigsten Anbieter ausfindig gemacht, die ohne verpflichtendes Girokonto auskommen. Bei den klassischen Kreditkarten finden sich gleich einige echte Gratisangebote. Vorbildlich bei Preis und Leistung sind etwa die gebührenfreie MasterCard Gold der Advanzia Bank, die GenialCard der Hanseatic Bank und die Barclaycard Visa von Barclaycard. Diese drei Anbieter verdienten sich die Auszeichnung "sehr gut", gefolgt von der Santander (1 plus Visa-Card) und der Payback Visa Kreditkarte von der BW Bank.

Alle fünf Karten kommen nicht nur ohne Jahresgebühr aus, sondern verzichten auch auf ein Entgelt, wenn Kunden sie in Deutschland nutzen, um Bargeld zu ziehen. Zusätzlich ist das Bezahlen mit der Karte außerhalb des Euroraums kostenfrei – sonst nehmen Banken meist 1,75 Prozent des Rechnungsbetrages (oder sogar mehr).

Bedenken sollten Kunden allerdings, dass die Gratis-Karten hohe Kreditzinsen haben und die Banken nicht in jedem Fall automatisch die offenen Beträge einziehen. Deshalb ist unbedingt darauf zu achten, rechtzeitig die entsprechenden Überweisungen vorzunehmen.

 

Licht und Schatten bei Prepaid-Kreditkarten

Auch bei den Prepaid-Karten gibt es große Unterschiede in Sachen Preis und Leistung. Generell gilt, dass Kunden mit diesen Karten nur jeweils den Betrag ausgeben können, den sie vorher darauf eingezahlt haben. Der Vorteil: Eine unerfreuliche Schufa-Auskunft spielt für solche Karten keine Rolle - sie sind also für jedermann zu haben. Zudem vermitteln Prepaid-Karten vielfach eine größere Sicherheit als klassische Kreditkarten: Wird eine Karte gestohlen, können eben auch Diebe mit ihr nur begrenzten Schaden anrichten. Gleiches gilt, wenn Kriminelle beim Online-Einkauf die Daten ausspähen. Bei klassischen Karten haften Kunden hingegen für Schäden, die bei grob fahrlässiger Handhabung der Karte entstehen – etwa, weil der Pin auf der (gestohlenen) Karte notiert war.

Allerdings haben Prepaid-Karten auch handfeste Nachteile: Wegen der Begrenzung der verfügbaren Summen akzeptieren Autovermietungen oder Hotels sie meist nicht als Zahlungsabsicherung – das kann gerade im Urlaub echte Probleme bereiten.

Zudem gibt es in diesem Segment keine einzige seriöse Offerte ohne Jahresgebühr. Klare Sieger in diesem Segment sind die netbank vor der PayangoCard und der PAYBACK Visa PrePaid Karte – beide werden über die BW Bank abgewickelt. Letztere erlaubt sogar die kostenfreie Bargeldversorgung an deutschen Geldautomaten. Die netbank will weltweit pauschal 3,50 Euro fürs Bargeldziehen am Geldautomaten – auch das ist noch vertretbar.

Vermeintlich kostenlose Lockangebote, die zwar ohne Gebühren auskommen, aber dafür zwischen 70 und 90 Euro Beantragungsgebühr verlangen, hält die FMH für unlauter. Sie wurden daher nicht mit in die Wertung einbezogen.

Quelle: ntv.de